Ausbildung - Jugendliche mögen keine englischen Berufsbezeichnungen
Bonn (dpa/tmn) - Jugendliche finden englische Berufsbezeichnungen eher nicht gut. Sie erwarten, dass möglichst klar ist, was sich hinter dem Namen des Berufes verbirgt, sagte Joachim Gerd Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Wenn das nicht zu durchschauen ist, befürchteten sie häufig eine «Mogelpackung», so Ulrich weiter. «Sie haben das Gefühl, da wird etwas aufgebauscht.» So gaben bei einer Studie des Instituts nur 18 Prozent der weiblichen und 9 Prozent der männlichen Jugendlichen an, englischsprachige Berufsbezeichnungen wie Sales Manager für Verkaufsleiter attraktiver zu finden.
«Wir dachten, dass englische Berufsbezeichnungen viel besser ankommen», sagte Ulrich. «Aber das war eindeutig nicht so. Die Ablehnung war zum Teil ausgesprochen emotional.» So nutzten viele der 2400 befragten Jugendlichen die Möglichkeit, Kommentare zum Thema abzugeben. Auch dabei seien die negativen Reaktionen zum Teil sehr deutlich gewesen. Argumente waren zum Beispiel, englische Namen lenkten nur ab, könnten verwirren oder seien beschönigend.
Aber nicht nur das: Vermeintlich international oder «hip» klingende Berufsbezeichnungen können sogar kontraproduktiv sein: Etliche Jugendliche gaben an, sich für den Beruf nicht weiter zu interessieren, wenn sie mit der Bezeichnung nichts anfangen können. Damit sinke die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Ausbildung in diesem Beruf in Erwägung ziehen. Es sei deshalb auch im Interesse der Unternehmen, unverständliche englisch klingende Berufsbezeichnungen zu vermeiden. Am besten seien Namen, die attraktiv und vertraut klingen und gleichzeitig gut verständlich sind, sagte Ulrich.