Ausbildung - Wie werde ich...? Sportfachmann
Potsdam/Bonn (dpa/tmn) - Gesund und fit müssen sie sein, die angehenden Sportfachleute. Denn viel Bewegung steht auf dem Programm des neuen Ausbildungsberufes Sportfachmann/Sportfachfrau.
Sportfachleute müssen fit sein. (Bild: Europ. Sportakademie des Landes Brandenburg/dpa/tmn)
Muskelbepackte Bodybuilder erwarte er nicht, sagt Holger Arnold von der Europäischen Sportakademie Brandenburg in Potsdam. «Aber man sollte ein Herz für den Bereich Fitnessstudio oder Sportverein haben.»
Gut sechs Jahre nach Einführung des Lehrberufs Sport- und Fitnesskaufmann wird das Ausbildungsspektrum nun um einen sportpraktischen Beruf erweitert. Sportvereine, Verbände oder Fitness- und Gesundheitsstudios setzen laut Arnold darauf, dass der neue Sportfachmann eher ihre Erwartungen erfüllt als der Sport- und Fitnesskaufmann. Denn der habe sich zu sehr als Büromensch und zu wenig als «Sport-Facharbeiter« entpuppt.
Die Sportfachleute werden überwiegend im Sport- und Trainingsbetrieb zu finden sein. «Sie richten zum Beispiel die Strecke für einen Rollerskate-Wettbewerb her oder bereiten die Anlage für ein Skispringen vor. Sie organisieren Wettkämpfe von der Teilnehmerliste bis zur Siegerehrung und betreuen Sportler», erläutert Gabriele Jordanski vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.
Auf dem Lehrplan stehen neben typisch kaufmännischen Themen wie Organisation, Marketing und Betriebsabläufe von Anfang an Sport und Bewegung. Während sich die Sport- und Fitnesskaufleute im dritten Lehrjahr dann in Rechnungswesen, Controlling und Personalwirtschaft vertiefen, liege für die Sportfachleute der Schwerpunkt auf der Sportpraxis, sagt Jordanski. Dazu gehören auch Trainer-Qualifikationen. Der Erwerb sei Pflicht und gehe zu 30 Prozent in die Endnote der angehenden Sportfachleute ein, erläutert Yvonne Kretschmer vom Deutschen Sportstudio-Verband (DSSV) in Hamburg, dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Wellness-Anlagen.
Das hat sich auch für den Sport- und Fitnesskaufmann als sinnvoll erwiesen. «Es hat sich gezeigt, dass er auch manchmal sportpraktisch arbeiten muss oder will», sagt Gabriele Jordanski. Das sei in der überarbeiteten Ausbildungsverordnung ab 2007 fest verankert.
Voraussetzung für die Ausbildung in beiden Berufen ist mindestens ein Hauptschulabschluss. Yvonne Kretschmer vom DSSV weiß aber aus Erfahrung, dass die Mitglieder ihres Verbandes lieber Anwärter mit mindestens einem Realschulabschluss sehen. Kundenberatung und -betreuung gehören zu beiden Berufsbildern: «Man sollte schon gerne mit Menschen umgehen und sie anleiten wollen», sagt Holger Arnold.
Das Lehrlingsgehalt für die Sportfachleute liegt aller Voraussicht nach leicht unterhalb dessen, was angehende Sport- und Fitnesskaufleute laut DSSV-Empfehlungen erhalten sollten: 447 Euro im ersten, 489 Euro im zweiten und 586 Euro im dritten Lehrjahr. Die Chancen auf Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung stehen nicht schlecht. Die Sportbranche sei schon seit einigen Jahren im Aufwind und habe nicht erst seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 mit der Wirtschaftskraft der Mineralölindustrie oder der Landwirtschaft gleichgezogen, so der DOSB.