Abfallwirtschafter

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Wie werde ich Abfallwirtschafter?

Beruf Abfallwirtschafter

Die Abfallwirtschaft ist eine große Branche, die vielen tausend Menschen Arbeit bringt. Von ungelernten «Müllkutschern» bis zu hoch spezialisierten Ingenieuren gibt es zahlreiche Berufsbilder.

«Das ist eine wahnsinnig große Industrie», sagt Sandra Giern, Referentin für Logistik beim Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) in Berlin. Abfallwirtschaftler haben einen anspruchsvollen Beruf – denn sie müssen nicht nur technische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse haben, sondern auch juristische. Und dennoch gibt es weder einen klassischen Weg in die Branche noch in den Beruf des Abfallwirtschaftlers. Das kann ein Berater für Mülltrennung in einer Verwaltung ebenso sein wie der Leiter einer Deponie oder der Ingenieur, der neue Verwertungsanlagen entwickelt.

Entsprechend den Anforderungen haben die Abfallwirtschaftler eine technische, naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Orientierung, wie Gerhard Rettenberger, Professor für Abfalltechnik an der Fachhochschule Trier, erläutert. So kommen Umweltverfahrenstechniker oder Umweltingenieure mit dem Vertiefungsbereich Abfall oft in der Organisation zum Einsatz. «Bauingenieure mit Umweltvertiefung arbeiten häufig in den Anlagen», sagt Sandra Giern. Techniker sind zudem gefragt, wenn es um die Planung oder den Bau von Anlagen geht. Absolventen mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund werden dagegen überall gebraucht. Die Wirtschaftsfachleute managen den Müll, sagt Rettenberger.

Ein klassischer Weg in die Müllindustrie ist der Seiteneinstieg, sagt Giern. «Viele rutschen da hinein, weil sie während des Studiums ein Praktikum in einem Unternehmen machen.» Mögliche Arbeitgeber gibt es viele: «Sie können bei den beseitigungspflichtigen Körperschaften zum Einsatz kommen», erklärt Albrecht Pfaud, Vorsitzender des Ausbildungs-Ausschusses im Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau. In diese Kategorie gehören etwa alle Landkreise und kreisfreie Städte.

Häufiger sind die Fachleute in Ingenieurbüros beschäftigt, die mit Unternehmen oder der Verwaltung zusammenarbeiten, wenn ein Müllthema auf der Agenda steht – etwa die Planung neuer Anlagen. Neben Verwaltung und Selbstständigkeit gibt es zahlreiche Unternehmen in der Entsorgungswirtschaft, die Arbeitgeber sein können. Dazu gehören Müllabfuhr und Stadtreinigung ebenso wie Recyclingunternehmen.

Weil der Müll auch ein Geschäft ist, das Grenzen überschreitet, müssen die Abfallwirtschaftler sich ständig weiterbilden – vor allem in Rechtsfragen, sagt Professor Pfaud. «Die Abfallwirtschaft ist hochgradig interdisziplinär.» Und die Gesetze, auch im EU-Raum, ändern sich zudem ständig.

Doch ein Studium ist nicht der einzige Weg in die Müllindustrie: «Es gibt eine Reihe von Stellen in der Branche, die keinen Hochschulabschluss voraussetzen», sagt Pfaud. Der frühere Ausbildungsberuf des Ver- und Entsorgers wurde abgelöst durch durch die Ausbildung zur Fachkraft für entweder Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder Abwassertechnik. Damit spezialisieren sich die Auszubildenden auf einen Bereich und arbeiten in der Regel den Kollegen mit Hochschulabschluss zu.


Veröffentlicht durch: kischuni-Redaktion
Autor: dpa