Anlagenmechaniker

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Wie werde ich Anlagenmechaniker?

Beruf Anlagenmechaniker

Montage und Wartung von Solaranlagen oder Heizungen, Kundenberatung und -betreuung: An Vielseitigkeit im Berufsleben mangelt es Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik nicht.

Der Beruf ist relativ neu und vereint die Fähigkeiten eines Gas- und Wasserinstallateurs sowie eines Zentralheizungs- und Lüftungsbauers mit dem Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik. Damit hat die Berufsausübung auch einen anderen Dreh bekommen – vom handwerklichen Beruf zum kundenorientierten Dienstleistungsjob.

«Anlagenmechaniker müssen eine Vorliebe für wechselnde, insgesamt aber überschaubare Arbeiten haben», sagt Thomas Proschwitz von der Agentur für Arbeit im sächsischen Riesa. Das Tätigkeitsspektrum reiche von der Installation von Sanitärobjekten in einem Wohnhaus bis zum Programmieren von Steuerungen der Klimatechnik in einem Bürogebäude.

«Es ist ein hochinteressantes Berufsbild», meint Reiner Zieprig, der beim Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in Köln tätig ist. Gerade in Zeiten erhöhten Klimabewusstseins gewinne der Beruf zunehmend an Bedeutung. «Um energieeffiziente haustechnische Systeme zu erstellen, bedarf es immer mehr so genannter Bus-Systeme.»

Der Bus ist ein Leitungssystem zum Austausch von Daten. Soll eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden, müsse der Anlagenmechaniker in der Lage sein, mit Hilfe der Bus-Systeme in jedem Raum den Energieverbrauch zu ermitteln und ein effizientes Energiemanagement bei höchstem Komfort sicher zu stellen. Der Anlagenmechaniker baut also heute nicht mehr nur einfache Heizkessel ein – sein Job wird zunehmend komplexer. «Zum Beispiel durch eine elektronisch kontrollierte Be- und Entlüftung», die der Mechaniker bei vorbildlich gedämmten Räumen installieren muss, sagt Zieprig.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Darüber hinaus sind Weiterbildungskurse nötig, damit zum Beispiel auch Systeme der Solarthermie zur Warmwasserzubereitung eingebaut werden können. Neben diesen Anforderungen muss der Anlagenmechaniker aber auch die klassischen Installationsarbeiten ausführen können. «Er baut Bäder, Rohrleitungsanlagen, bringt alle Geräte an, installiert Fühler», sagt Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Bonn.

Schüler, die diesen Job anstreben, sollten Westpfahl zufolge mindestens einen Hauptschulabschluss mit guten Noten vorweisen können, vor allem in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Im ersten Lehrjahr verdienen die Auszubildenden nach Angaben des BIBB rund 750 bis 800 Euro brutto. «Lehrlinge werden händeringend gesucht», sagt Westpfahl. Anlagenmechaniker werden immer gefragter. «Es stehen derzeit unheimlich viele Betriebe zur Geschäftsübergabe an. Zudem ist der Beruf krisenfest.» Heizungen würden immer gebraucht – vor allem, weil mit technischen Neuerungen wie den Brennstoffzellen ständig neue Herausforderungen und damit neue, spezielle Arbeitsfelder hinzukämen.


Veröffentlicht durch: kischuni-Redaktion
Autor: dpa