Ab August: Mehr Studenten bekommen mehr BAföG

Berlin (dpa/tmn) – Höhere Studienzuschüsse an eine größere Zahl von Studenten wird der Staat noch vor dem kommenden Wintersemester an zahlen. «Die Bedarfssätze gehen hoch, das heißt, es gibt mehr BAföG.»

Das sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin. So steige zum 1. August der Höchstsatz von 585 auf 643 Euro im Monat. «Zugleich wird der Kreis derjenigen, die BAföG beziehen können, ausgeweitet.» Damit sollen in erster Linie Mittelstandsfamilien entlastet werden, die bislang knapp an den Bemessungsgrenzen vorbeigeschrammt sind.

Außerdem bekommen Studierende mit Kindern laut Grob von August an einen Betreuungszuschlag in Höhe von 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind – «für den Babysitter während der Abendvorlesung oder der Blockseminare am Wochenende». Vorteile gibt es auch für Reiselustige: «Man kann jetzt ab dem ersten Semester mit BAföG ins Ausland gehen», erläuterte Grob. Bislang war dies erst ab dem dritten Semester möglich. Die Hälfte des Geldes gibt es immer als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen.

Insgesamt 100 000 Studenten sollen auf diese Weise zusätzlich unterstützt werden. Bislang erhalten etwa 500 000 junge Menschen die sogenannte Bundesausbildungsförderung. Das entspricht einem Viertel aller Studierenden. Gut die Hälfte von ihnen bekommt den Höchstsatz überwiesen. Ob und wie viel BAföG gezahlt wird, ist neben dem Einkommen der Eltern von verschiedenen Faktoren abhängig . «Es gibt keine Faustregel, unter diesem oder jenem Bruttogehalt gibt es BAföG», sagte Grob.

Den Antrag sollten Bewerber so früh wie möglich beim Studentenwerk ihres Studienortes stellen, denn das Geld wird nicht rückwirkend gezahlt. Die Bewilligung gilt für jeweils ein Jahr. Dafür müssen der Einkommensnachweis der Eltern, die Studienbescheinigung und der Mietvertrag mitgebracht oder per Post geschickt werden. «Und Vermögen über 5200 Euro muss angegeben werden», warnte Grob. «Das ist wichtig, weil die BAföG-Ämter einen Datenabgleich mit den Finanzämtern machen und schauen, ob jemand Vermögenswerte verschweigt.»