Köln (dpa/tmn) – Arbeitnehmer der «Generation 50-Plus» gehen in der Regel motiviert zur Arbeit. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
Demnach hält es jeder zweite über 50-Jährige für wichtig bis sehr wichtig, «durch eigenen Einsatz und Leistung im Leben etwas zu erreichen». In den Reihen der 16- bis 49-Jährigen sei der Anteil nicht viel höher. Einer früheren Befragung der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) aus dem Jahr 2004 zufolge arbeiten rund zwei Drittel der über 50-Jährigen oft bis immer «mit richtiger Freude». Bei den Jüngeren sind diese Werte ähnlich. Außerdem halten die Beschäftigten dem Arbeitgeber mit steigendem Alter stärker die Treue. Rund 55 Prozent der über 50-Jährigen fühlen sich ihrem Unternehmen «besonders verbunden». Bei den unter 30-Jährigen sind es nur 43 Prozent.
Eine Umfrage des Bundesverbandes Junger Unternehmer zeigte 2006, dass Arbeitgeber ältere Beschäftigte nicht grundsätzlich ablehnen. So gaben 70 Prozent der befragten Chefs an, keine Einwände gegen deren Einstellung zu haben. Allerdings antworteten nur 44 Prozent, sie seien der Auffassung, dass über 50-Jährige genauso viel leisten wie Jüngere. Und nur 39 Prozent gaben an, sie schätzten das Know-How der Älteren, auch wenn diese weniger leisteten.
Der demografische Wandel wird nach Einschätzung des Wirtschaftsinstituts nicht ohne Folgen für die Unternehmen sein. Eine zunehmende Zahl werde sich auf ältere Arbeitnehmer einstellen müssen. So ist der Anteil der über 50-Jährigen an allen Erwerbstätigen bereits zwischen 1998 und 2006 von 22,6 auf 25,7 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen war das ein Plus von 1,5 Millionen. Dagegen blieb dem IW zufolge die Zahl der unter 50-jährigen Arbeitnehmer im gleichen Zeitraum mit gut 27 Millionen ungefähr stabil.
Tatsächlich bringen ältere und jüngere Arbeitnehmer unterschiedliche Qualitäten ein. Gerade in der hochtechnisierten Arbeitswelt seien Umsicht und Verantwortung gefragt, wie Ältere sie vorzuweisen haben. Jüngere seien in der Regel risikobereiter, offener gegenüber Neuerungen, spontaner und mobiler, so das IW. Ideal sei der «richtige Mix». Jung und Alt ergänzten sich gut, beispielsweise in entsprechend gemischten Arbeitsgruppen.