Düsseldorf (dpa/tmn) – Ältere Arbeitnehmer lernen Studien zufolge nicht grundsätzlich schlechter als Jüngere. Untersuchungen zeigten, dass die Lernfähigkeit mit dem Alter nicht automatisch nachlasse, sondern erst im achten Lebensjahrzehnt tatsächlich erheblich zurückgehe.
Das berichtet die Fachzeitschrift «Personal». Auch das gelte in erster Linie für eher alltagsferne Lernaufgaben. Können Alltagswissen und Expertise genutzt werden, fallen die Altersunterschiede deutlich weniger ins Gewicht. Die Fähigkeit zum Lernen bleibe zeitlebens erhalten.
Ältere Arbeitnehmer müssen sich darauf einstellen, sich künftig regelmäßig weiterzubilden. Der Bedarf an zusätzlicher Qualifikation nimmt angesichts von Globalisierung und wachsendem Innovationsdruck noch zu. Andererseits werden die Belegschaften der deutschen Unternehmen schon aus demografischen Gründen im Durchschnitt älter, berichtet die Zeitschrift. Entscheidend für den Lernerfolg sei die Lernkompetenz des Arbeitnehmers. Damit ist kein besonderes Talent gemeint, sondern die Fähigkeit, den eigenen Lernbedarf einzuschätzen, die geeigneten Lerntechniken auszuwählen und die eigenen Lernfortschritte zu kontrollieren.
Die Lernkompetenz geht allerdings mit den Jahren verloren, wenn dauerhaft auf Lernen verzichtet wird. Die Gefahr ist realistisch: In vielen Unternehmen sinke die Teilnahme an Weiterbildungskursen bei Arbeitnehmern über 40 Jahren schlagartig, so das Magazin. Weil viele Personalverantwortliche Älteren geringere Lernfähigkeit und Veränderungsbereitschaft zutrauen, gebe es auch kein Klima, das Ältere zur Weiterbildung motiviert.
Solche Vorbehalte schlagen sich dann auch bei den Beschäftigten in Zweifeln an der eigenen Lernfähigkeit und Trainierbarkeit ihrer Fertigkeiten nieder. Durch den Mangel an Lernkompetenz sei zu erklären, dass Ältere im Vergleich zu jüngeren Kollegen in der berufsbezogenen Weiterbildung häufig schlechtere Leistungen zeigten.