Begabtenstipendien fürs Studium neben dem Job

Bonn (dpa/tmn) – Wer sich nach sehr erfolgreicher Berufsausbildung neben dem Job weiterbilden oder gar studieren will, kann sich um ein berufsbegleitendes Begabtenstipendium der Bundesregierung bewerben. Interessenten sollten aber früh darum bemühen.

Die Zahl der Stipendien ist eng begrenzt. Darauf weist die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB) in Bonn hin. So stehe nur für maximal ein Prozent der Absolventen im jeweiligen Berufsbereich ein Begabtenstipendium zur Verfügung. Wurden bislang nur Meisterausbildungen und Fortbildungsmaßnahmen gefördert, werden seit Jahresbeginn auch berufsbegleitende Studiengänge unterstützt.

Gezahlt werden maximal 5100 Euro, je nachdem, wie teuer die zu fördernde Maßnahme ist. Die Förderdauer hat die Bundesregierung auf maximal drei Jahre begrenzt. Zudem muss der Stipendiat während der Förderzeit mindestens 15 Stunden pro Woche in seinem Beruf arbeiten. Bedingung für die Aufnahme in die Begabtenförderung: Der Bewerber muss seine Berufsausbildung mit mindestens 87 Punkten oder besser als «gut» abgeschlossen haben, in seinem Ausbildungsberuf von der zuständigen Kammer ausgezeichnet worden oder in einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb unter die ersten drei gekommen sein. Zudem müssen Bewerber grundsätzlich jünger als 25 Jahre sein. Hinzukommen können bestimmte Anrechnungszeiten – etwa für den Wehr- oder Zivildienst -, allerdings bis maximal drei Jahre. Bewerber über 28 Jahre werden grundsätzlich nicht aufgenommen.

Absolventen der dualen Berufsausbildung – etwa Bürokaufleute – richten ihre Bewerbung an die zuständigen Kammern. Ansprechpartner für die Gesundheitsberufe ist das SBB, die über das Programm auf ihrer Homepage «begabtenfoerderung.de» informiert. Da die Bewerbungsfristen von Kammer zu Kammer variieren, sollten Interessenten diese direkt vor Ort erfragen. Das SBB nimmt die Stipendiaten an zwei Terminen im Jahr – 1. April und 1. Oktober – auf.

Bei der Wahl seiner Fördermaßnahme oder der berufsbegleitenden Hochschulausbildung hat der Stipendiat grundsätzlich freie Hand, allerdings muss sie inhaltlich und fachlich auf der Berufsausbildung aufbauen. So dürfte etwa ein Bürokaufmann ein Betriebswirtschafts-, nicht aber ein Lehramtsstudium beginnen, wenn er Fördergeld bekommen will. Wer dagegen bereits studiert, hat keine Chance mehr auf Förderung durch das Programm. Gezahlt werden sollen zudem lediglich Kosten eines Studiums wie etwa Studiengebühren. Eine Unterhaltszahlung, ähnlich wie beim Bafög, wird nicht geleistet. Dagegen muss das Begabtenstipendium nicht zurückgezahlt werden.