Bei zu vollem Bachelor-Lehrplan mehr Zeit einplanen

Konstanz (dpa/tmn) – Bachelorstudenten haben oft einen vollen Lehrplan. Notfalls sollten sie daher rechtzeitig mehr Zeit für ihren Abschluss einplanen, empfehlen Experten den angehenden Akademikern.

«Viele setzen sich anfangs selbst sehr stark unter Druck, weil ein Bachelorstudium ja schnell gehen soll – wenn es einem aber zu viel wird, sollte man ruhig ein Semester dranhängen», rät Johannes Dingler von der Universität Konstanz. Einige Hochschulen hätten bei der Einführung der neuen Studienabschlüsse zwar die Studienzeit verkürzt, die Menge des zu bewältigenden Stoffs sei aber gleichgeblieben. «Manche Lehrpläne sind daher einfach zu voll gestopft», sagte Dingler anlässlich eines Bachelor-Informationstags der Hochschule.

Nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover gibt es bei den Bachelorstudiengängen mehr Studienabbrecher als zuvor. Demnach liegt die Abbrecherquote an den Fachhochschulen unter den Bachelorstudenten bei 39 Prozent, insgesamt dagegen nur bei 22 Prozent. An den Universitäten scheitern 25 Prozent der Bachelorstudenten, die Gesamtabbrecherzahl liegt bei 20 Prozent.

Bachelorstudenten hätten zudem darunter zu leiden, dass die neuen Abschlüsse bei Unternehmen immer noch relativ unbekannt sind, sagte Dingler. «Gerade bei neuen Studiengängen können Arbeitgeber mit den englischen Titeln nicht immer etwas anfangen. Dadurch ist der Abschluss teilweise noch nicht so angesehen.» Beim Bewerben könne es daher sinnvoll sein, auch vergleichbare Titel und den traditionellen Fächernamen anzugeben.

Auch dürften Bachelorstudenten nicht versäumen, sich frühzeitig um eine Auslandsstation und Praktika während ihrer Hochschulausbildung zu kümmern, sagte Dingler. Ein Praktikum sei die beste Möglichkeit, um Kontakte zu späteren Arbeitgebern zu knüpfen. An einigen Hochschulen sei es daher schon in der Studienordnung vorgeschrieben. «Das darf man im Lernstress aber nicht auf die lange Bank schieben – am besten geht man da schon als Studienanfänger im ersten Semester auf die Suche.»