Beim Denken die Hände bewegen

Stuttgart (dpa/tmn) ­ Konzentriertes Arbeiten fällt leichter, wenn zwischendurch die Hände bewegt werden. «Über die Reflexzonen der Hand wird das Hirn durchblutet, was Denken fördert.»

Das sagt die Gehirntrainerin Ursula Bissinger auf der Bildungsmesse Didacta (19. bis 23. Februar) in Stuttgart. Das sei ein Grund, warum Informationen besser im Kopf bleiben, wenn der Zuhörer mitschreibt.

Wer einem Vortrag nur zuhört, kann sich anschließend lediglich an 20 Prozent der Informationen erinnern. Werden Sehen und Hören kombiniert, blieben 50 Prozent hängen, sagte die Trainerin der Deutschen Gesellschaft für Gehirntraining (GfG). Am besten sei es jedoch, selbst aktiv zu werden: Hört und sieht der Mensch etwas und kann er es anwenden, merke er sich 90 Prozent der Informationen.

Um das Gehirn fit zu halten, muss es immer wieder trainiert werden. «Nichts ist schädlicher, als die tägliche Routine», sagte Bissinger. Kleine Übungen ­ Kopfrechnen im Supermarkt oder das Rückwärtsbuchstabieren von Worten ­ trainierten das Vorstellungsvermögen und die Merkfähigkeit. Allerdings bringe es wenig, immer wieder die gleichen Übungen, etwa das 30. Kreuzworträtsel, zu lösen. «Variationen sind wichtig, sonst werden die Übungen selbst zur Routine.»

Doch selbst mit dem besten Training kann der Mensch nicht unbegrenzt geistig arbeiten. «Kein Motor kann pausenlos laufen, aber wir verlangen das von unserem Gehirn», sagte die Gehirntrainerin. Nach ein bis zwei Stunden geistiger Arbeit sollte immer eine fünf- bis zehnminütige Pause eingelegt werden: Aufstehen, sich etwas zu trinken holen oder kurz mit einem Kollegen plaudern ­ das alles helfe, sich zu entspannen. «Steigen Sie kurz aus, dann können sie hinterher produktiver weiterarbeiten.» Wer sich an diese Wechsel halte, habe abends nicht das Gefühl, vom Tag völlig ausgebrannt zu sein.