Hamburg (dpa/tmn) – Behinderten kann es bei der Jobsuche helfen, Arbeitgeber gezielt auf Fördermöglichkeiten hinzuweisen. Das sagte Hans-Joachim Reckzeh von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.
«Viele haben noch Hemmungen, Behinderte einzustellen, weil sie glauben, dass dadurch hohe Extrakosten auf sie zukommen», so Reckzeh. «Wenn man ihnen dann vorrechnet, wie viel Geld sie zum Beispiel für nötige Umbauten vom Staat erhalten, lassen sich solche Ängste oft aber ausräumen», sagte Reckzeh zum «Tag für Menschen mit und ohne Behinderung» am 5. April.
Zum Beispiel biete das Bundesarbeitsministerium seit Anfang 2007 das Förderprogramm «Job 4000» an. Damit soll erreicht werden, dass mehr Schwerbehinderte einen Job oder einen Ausbildungsplatz außerhalb von Behindertenwerkstätten bekommen. So erhalten Arbeitgeber bis zu fünf Jahre lang eine staatliche Unterstützung, wenn sie Schwerbehinderte einstellen. Auch ein Ausbildungsplatz für körperlich oder geistig beeinträchtige Menschen wird mit bis zu 3000 Euro zu Beginn der Ausbildung und mit maximal 5000 Euro bei einer späteren Übernahme in eine unbefristete Stellung prämiert. Förderanträge könnten beim Integrationsamt gestellt werden, erklärte Reckzeh.
Wenn die erste Hemmschwelle einmal überwunden ist, hätten Behinderte oft gute Chancen, auch nach der Förderdauer ihren Job zu behalten. «Da kommt der berühmte Klebe-Effekt zum Tragen», sagte Reckzeh. Zwar hätten manche Chefs anfangs noch Vorurteile und fürchteten etwa, dass Behinderte nicht so belastbar seien wie andere Mitarbeiter. «Wenn sich dann aber zeigt, dass die Menschen gute Leistungen bringen und die Zusammenarbeit mit den Kollegen klappt, besteht für den Arbeitgeber ja in der Regel keine Veranlassung, den neuen Angestellten nach dem Förderende wieder zu entlassen.»