Jena (dpa/tmn) – Deutsch ist ein Mädchenfach, Mathe nicht. Das ist ein gängiges Klischee unter Schülerinnen. Jungs finden zwar auch, dass Mathe ein Jungenfach ist, Deutsch ist es ihrer Meinung nach aber ebenfalls.
Das ergab eine Studie der Universität Jena, bei der 535 Schülerinnen und Schüler der vierten, siebten und neunten Klasse die Fächer spontan einem Geschlecht zuordnen mussten. An einem zweiten Test nahmen noch einmal 200 Gymnasiasten teil. Dabei zeigte sich, dass stereotypes Denken bei Mädchen offenbar viel ausgeprägter ist als bei Jungen.
«Jungen nehmen demnach keine Einteilung in Mädchen- und Jungenfach vor», erläutert die Psychologin Petra Jelenec von der Uni Jena – sie trauten sich anders als die Mädchen offenbar beide Fächer zu. Dass die Mädchen keine positiven spontanen Assoziationen zwischen Mathe und ihrem eigenen Geschlecht aufbauen konnten, könne ein Indikator dafür sein, dass sie sich in Fragen, die sich ums Rechnen drehen, leichter verunsichern lassen. Würden Mädchen etwa in einem Mathetest an das Klischee «Mathe ist Jungensache» erinnert, könne sie das beeinträchtigen.