Deutsche Schulen unterrichten immer häufiger Chinesisch

Germersheim (dpa/tmn) – An deutschen Schulen findet sich immer häufiger das Fach Chinesisch. «Wir gehen davon aus, dass etwa 120 Schulen in Deutschland Chinesisch anbieten», sagte Andreas Guder, Vorsitzender des Fachverbandes Chinesisch in Germersheim (Rheinland-Pfalz).

Meist handele es sich dabei um Arbeitsgemeinschaften, in denen die Schüler in zwei Stunden pro Woche einen ersten Zugang zu der asiatischen Sprache bekommen. An etwa 20 Schulen könne Chinesisch mittlerweile als Wahlpflichtfach und teilweise sogar schon als Abiturfach belegt werden.

Der Sprachunterricht wird vorwiegend an Gymnasien und Gesamtschulen und für Schüler der Klasse 9 bis 13 angeboten. Perfekt Chinesisch werden die Schüler nach dem Unterricht laut Guder zwar nicht können, aber wie für alle anderen Sprachen gilt auch hier: Je früher mit dem Lernen begonnen wird, desto besser ist der Zugang zu der Sprache. Der Unterricht eignet sich besonders für Jugendliche, die sich auch nach der Schule mit der chinesischen Sprache und Kultur beschäftigen wollen: «Wer Sinologie studieren möchte, bekommt nicht nur erste Grundkenntnisse, sondern weiß auch schon vorher, was im Studium auf ihn zukommt», erklärt der Experte.

Bevor sich die Schüler für Chinesisch entscheiden, sollten sie aber zunächst überprüfen, wo ihr Lehrer die Sprache erlernt hat. So könne man davon ausgehen, dass jemand, der eine gewisse Zeit in China gelebt hat, die Sprache recht gut beherrscht. «In Deutschland gibt es bisher leider keine Lehrerausbildung für Chinesisch», erklärt der Sinologe. Auch nach Abschluss der Schule sollten die Sprachkenntnisse weiter gepflegt und Sprachkurse besucht werden, denn sonst werde viel wieder vergessen.