Diskriminierungsklage nur bei «ernsthafter» Bewerbung

Mainz/Berlin (dpa/tmn) – Wegen Diskriminierung kann nur ein abgelehnter Bewerber klagen, der objektiv für die Stelle in Frage kommt. Er muss außerdem nachweisen, dass seine Bewerbung ernsthaft war, urteilte das Landesarbeitsgerichts Mainz (Az.: 6 Sa 522/07).

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin hin. In dem Fall hatte sich ein Krankenpfleger auf eine Stellenanzeige einer internistischen Gemeinschaftspraxis beworben. Diese suchte eine Arzthelferin mit mehrjähriger Berufserfahrung. Sie sollte neben Aufgaben wie Blutdruckmessen für Anmeldung, Terminorganisation und Patientenverwaltung verantwortlich sein. Als monatliches Einkommen waren 1300 Euro brutto vorgesehen. Der Krankenpfleger erhielt eine Absage, worauf er wegen «diskriminierender Nichteinstellung» klagte.

Das Landesarbeitsgericht wies die Klage ab. Ein Entschädigungsanspruch bestehe nur, wenn der Bewerber sich ernsthaft beworben hätte und objektiv für die Stelle in Frage gekommen wäre. Beides treffe nicht zu. Zum einen habe der Kläger nicht dieselbe Ausbildung wie eine Arzthelferin. Zum anderen hätte er eine Einkommenseinbuße von rund 1000 Euro im Monat hinnehmen müssen, was seine Bewerbung nicht ernsthaft erscheinen lasse.

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