Eine gute Führungskraft muss zuhören können

München (dpa/tmn) – Eine gute Führungskraft muss ihren Mitarbeitern zuhören können. Tut sie das nicht, kann das sogar zu wirtschaftlichen Nachteilen für das Unternehmen führen.

«Effektiv führen heißt überzeugen können. Und um zu überzeugen, muss man die Ängste und Sehnsüchte der Mitarbeiter kennen», sagte der Sozialpsychologe Prof. Dieter Frey von der Universität München. Glaubt der Chef allerdings, alles besser zu wissen, und versteht es nicht, seine Mitarbeiter in wichtige Prozesse einzubinden, werde er sie nicht motivieren können.

Viele Vorgesetzte in Deutschland besitzen laut Frey zwar die nötigen Fachkenntnisse, aber nicht die richtige Führungspersönlichkeit. Sie schafften es nicht, die Angestellten entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten einzusetzen. Das führe dazu, dass viele oft unmotiviert zur Arbeit gehen: «Es kommt zu innerer Kündigung, Dienst nach Vorschrift, im Extremfall sogar Sabotage», erklärt der Experte.

Die Leistung der Arbeitnehmer ist dann geringer, sie sind häufiger krank und fehlen im Unternehmen. «Es ist ein großer Kostenfaktor für ein Unternehmen, wenn das Potenzial der Mitarbeiter nicht aktiviert wird», warnt der Psychologe. Eine gute Führungskraft sollte daher kommunizieren können. Denn sie muss den Mitarbeitern nicht nur Ziele vorgeben, sondern ihnen auch deren Sinn vermitteln. Vorgesetzte sollten es laut Frey außerdem vermeiden, Druck auf ihre Mitarbeiter auszuüben. Wird mit Druck oder Angst gearbeitet, würden oft viele Fehler gemacht.