Erotik aus Mainz ­ Studenten posieren für Uni-Kalender

Mainz (dpa) ­ Die eine Seite ist für Männer ­ dreht man ihn um, haben Frauen ihren Spaß daran. In einem neuen Uni-Kalender werden sowohl attraktive Mainzer Studentinnen, aber auch Studenten in erotischen Posen auf zwölf beidseitig bebilderten Seiten zu sehen sein.

«Es wird kein Nackt- oder Aktkalender, die Models tragen Bikini oder Unterwäsche. Der Kalender soll nicht in die Schmuddelecke abrutschen», erklärt Ferdinand Wolf. «Trotzdem soll der Kalender sexy rüberkommen.» Der 27-jährige BWL- und Wirtschaftsinformatikstudent ist neben seinem Studium außerdem Fotograf und Projektleiter des neuen Kalenders, den es ab Ende des Jahres in limitierter Auflage an den Mainzer Hochschulen geben wird.

Rund 50 Studentinnen und Studenten hätten sich seit Beginn des Jahres bereits beworben, um von ihm für den Kalender abgelichtet zu werden. «Wichtig ist der lokale Bezug. Wir suchen hübsche Leute in Mainz, die hier studieren oder studiert haben, oder bald anfangen», sagt Wolf. «Wir sprechen außerdem Leute in Mainzer Clubs, Freunde oder Bekannte an, oder kontaktieren Studenten in Internetcommunities, die für Fotos infrage kommen.» Die Teilnehmer sollen nach einem persönlichen Auswahlverfahren ausgesucht werden. «Wir wollen die Models nicht nur aufgrund der eingeschickten Bilder beurteilen.» Bis zum 27. April können sich Interessierte noch bewerben.

Seit mehr als zwei Jahren gibt es das Projekt bereits an der Universität Marburg, zum ersten Mal beteiligen sich die Hochschulen in Mainz und Kassel daran. Die Kosten für die Fotos, Make-up und den Druck werden von Sponsoren getragen. Die Idee dazu stammt von Daniel Birnbaum und Nils Schnetzler, zwei 25 Jahre alten Sport-Studenten der Uni Marburg. «Nils hatte die Idee schon länger, aber es hat sich nie jemand gefunden, der mitmachen wollte», erzählt Birnbaum. In einem Schnellrestaurant bei Hamburgern und Pommes frites hätten die beiden Kommilitonen im August 2006 beschlossen, den Kalender für das kommende Jahr herauszugeben.

«Wir haben ziemlich spät damit angefangen und ihn in einer Rekordzeit von nur drei Monaten fertiggestellt. Innerhalb einer Woche hatten wir alle Models zusammen, die Shootings fanden alle an einem Tag statt», erinnert sich Birnbaum. Mit Erfolg ­ auch an der Universität Kassel haben sich in diesem Jahr über 50 Studenten beworben, um auf einer der Kalenderseiten abgedruckt zu werden. Eines der ersten Models des Marburger Kalenders, Elena Lauer, studiert heute in Mainz. Sie habe vorgeschlagen, den Kalender auch an der Johannes Gutenberg-Universität einzuführen. Die Aufnahmen dazu sollen an bekannten Plätzen in der Stadt und auf dem Campus stattfinden. Nach eigenen Angaben wurden die Fotos für den Kalender in Marburg bisher nur in Studios gemacht.

«Wir haben schon viele abgefahrene Ideen, die mit Mainz und dem Studentenleben zu tun haben. Unter anderem der Kasteler Strand, Mainzer Clubs, der Brunnen vor der Christuskirche, Vorlesungssäle, die Uni-Bibliothek, der Mainzer Dom und der Eingangsbogen auf dem Campus bieten sich bei den Shootings als Kulisse an», erklärt Wolf. Ab Ende Mai sollen die ersten Aufnahmen gemacht werden. Um die Laienmodels von ihrer Schokoladenseite zu zeigen, muss Ferdinand Wolf bei den Shootings einige Anweisungen geben, die professionelle Models nicht benötigen.

«Man muss einfach mit ihnen sprechen und ihnen etwas genauer erklären, wie sie sich in die richtigen Posen stellen. Wichtig ist auch, dass sie vor der Kamera locker und entspannt werden und unterschiedliche Gesichtsausdrücke ausprobieren.» Die insgesamt 24 Bilder werden anschließend digital nachbearbeitet. Der fertige Kalender wird ab Ende des Jahres im Buchhandel erhältlich sein. Ein Teil des Erlöses soll in gemeinnützige Projekte einfließen. Nach eigenen Angaben sollen bald noch mehr deutsche Hochschulen ihren eigenen Kalender bekommen.