Germanisten müssen ihre Schreibfähigkeiten ausbauen

Saarbrücken (dpa/tmn) – Germanistikstudenten sollten bereits im Studium trainieren, Texte für Unternehmen zu schreiben. Das empfiehlt der Kommunikationsberater Hubert Immesberger aus Saarbrücken.

«Kundengerechtes Formulieren ist eine Fähigkeit, die im Studium nicht vermittelt wird, die aber für den späteren beruflichen Einstieg sehr wichtig ist», sagt Immesberger. Schließlich werde sowohl im Journalismus als auch in der Wirtschaft immer für einen bestimmten Kunden geschrieben.

Die Betätigungsfelder für Germanisten sind vielfältig: «Wer nicht in den Journalismus möchte, sollte sich überlegen, in welchen Branchen viel geschrieben wird», rät der Experte. Gute Beschäftigungsmöglichkeiten gebe es zum Beispiel in der Versicherungsbranche. Hier könnten Sprachwissenschaftler beispielsweise als Korrespondenztrainer arbeiten und Angestellte im Schreiben schulen.

Viele Germanisten würden zudem freiberuflich für mittelständische Unternehmen Texte schreiben. Bedarf besteht laut Immesberger oft in der IT- und EDV-Branche. Texte, die hier geschrieben werden, seien nämlich meist sehr kompliziert formuliert und für die Zielgruppe nur schwer zu verstehen.

Studierende aus geisteswissenschaftlichen Fächern sollten sich generell verstärkt mit Dingen beschäftigen, mit denen sie in ihrem Studium nicht in Berührung kommen. Besonders ein Verständnis für betriebswirtschaftliche und technische Fragestellungen sei für den beruflichen Einstieg sehr hilfreich. Um entsprechende Fähigkeiten auszubilden, empfiehlt Immesberger Unternehmenspraktika.