Neubrandenburg (dpa) – Die ersten Absolventen des Studiengangs «Early Education (Frühkindliche Bildung)» an der Hochschule Neubrandenburg haben beste Berufsaussichten.
«Es gibt eine große Nachfrage nach jungen Erzieherinnen mit Bachelorabschluss», sagte die Leiterin des Studiengangs, Marion Musiol, in Neubrandenburg. Von 19 Absolventen begännen elf im Nordosten, in Berlin und Bayern zu arbeiten. Acht Absolventen planten ein Master- Studium. Einige Kita-Träger wollen sich im Herbst bereits bei den nächsten 20 Absolventen in Neubrandenburg vorstellen.
Die Hochschule Neubrandenburg hatte 2005 als bundesweit zweite nach einer Berliner Hochschule den Modellstudiengang eingerichtet. Ein Drittel der Ausbildung, die auf Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren zielt, wird in der Praxis absolviert.
Einer aktuellen Studie zufolge sei Mecklenburg-Vorpommern quantitativ mit Kinderkrippen sehr gut ausgestattet, müsse aber an der Qualität der Betreuung arbeiten, sagte Rektor Micha Teuscher. Darauf ziele die praxisorientierte Bachelor-Ausbildung von «Early Education».
Langfristig könne die Hochschulausbildung die bestehende Fachschulausbildung für Erzieher nicht vollständig ersetzen, sagte Teuscher weiter. Im Nordosten würden derzeit rund 200 neue Erzieher pro Jahr gebraucht, in Neubrandenburg aber jährlich nur 40 Studienplätze besetzt. «Unsere Ausbildung ist keine Kritik an den arbeitenden Erziehern, sondern an dem noch bestehenden System der Erzieherausbildung», sagte Teuscher. Die klassische Erzieherausbildung umfasst das Alter von 0 bis 18 Jahren.
«Säuglinge und Kleinkinder sind die absoluten Turbolader in der Bildung», erklärte Musiol. Es sei hochanspruchsvoll, Kleinkinder zu verstehen und zu fördern, wie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegten. Dies sei Bestandteil des Studiengangs, der künftig auch berufsbegleitend angeboten werde.