Im Bewerbungsgespräch: Bei Diskussion eigene Meinung haben

Bonn (dpa/tmn) – Kommt es im Bewerbungsgespräch zu einer Diskussion, sollte der Bewerber seine ehrliche Meinung vertreten. «Ich würde mich als Arbeitgeber davor scheuen, jemanden einzustellen, der nicht seine eigene Position vertritt.»

Das sagt der Psychologe Ernst Fay aus Bonn. Wird der Bewerber nur dann eingestellt, weil er sich verstellt hat, werde die Schauspielerei möglicherweise sogar zum Dauerzustand. Das könne über Jahre kein Mensch durchhalten.

Besonders im Assessment-Center sind Gruppendiskussionen mittlerweile ein fester Bestandteil. Dabei wird getestet, wie die einzelnen Teilnehmer miteinander umgehen. «Negativ fallen Personen auf, die andere nicht zu Wort kommen lassen, ständig unterbrechen oder sogar niedermachen», warnt der Experte, der Unternehmen bei der Personalauswahl berät. Aber auch Bewerber, sie sich in das Gespräch gar nicht einbringen, verfehlten die Anforderungen. Die Kandidaten sollten in der Diskussion schließlich beweisen, wie gut sie argumentieren und andere Menschen von ihrer Position überzeugen.

Nur bei internen Bewerbern, die bereits im Unternehmen tätig sind, werde die Diskussion auch genutzt, um Fachwissen abzufragen. «Den Kandidaten wird zum Beispiel eine Problemsituation aus dem Unternehmen vorgegeben, für die sie Lösungen vorschlagen müssen», erklärt Fay. Bei externen Bewerbern werde dagegen oft ein allgemeines aktuelles Thema wie zum Beispiel «Rauchverbot» gewählt, zu dem sie sich äußern müssen.

Bekommt der Stellenanwärter die Möglichkeit, Fragen an die Vorgesetzten in spe zu stellen, sollte er diese Chance nicht ungenutzt lassen. «Immer gut sind Fragen mit Bezug auf die Position, für die man sich beworben hat», rät der Psychologe. Allerdings sollte nichts gefragt werden, was bereits im Text der Stellenausschreibung, auf der Homepage oder im Geschäftsbericht beantwortet wird.