Jeder fünfte ausländische Jugendliche bricht Schule ab

Gütersloh (dpa) – Ausländische Jugendliche in Deutschland brechen nach Angaben der Bertelsmann Stiftung deutlich häufiger die Schule ab als deutsche Schüler. Bundesweit verließen 19,4 Prozent der Jugendlichen aus ausländischen Familien die Schule ohne Abschluss.

Das teilte die Stiftung in Gütersloh mit. Bei deutschen Jugendlichen waren es 9,3 Prozent. «Die Daten veranschaulichen drastisch, dass Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in deutschen Schulen benachteiligt sind», warnte die Stiftung unter Hinweis auf ihre Erhebungen zur Bevölkerungsentwicklung.

Die niedrigsten Schulabbrecherquoten unter ausländischen Jugendlichen gibt es demnach in Hessen (10,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (13,0), die höchsten in Bremen (29,0) und Sachsen-Anhalt (29,4).

Allerdings gibt es unter den ausländischen Schülern der Untersuchung zufolge mehr Abiturienten in Ostdeutschland als im Westen Deutschlands. Mit einem Anteil von 17,7 Prozent im Osten und 9,2 Prozent im Westen bleiben sie aber immer noch deutlich hinter dem bundesweiten Schnitt zurück. Demnach erreicht insgesamt ein Viertel aller Schüler das Abitur.

Ursache für die Unterschiede zwischen Ost und West ist laut Stiftung die Zusammensetzung der Bevölkerung. Ausländer aus bildungsfernen Schichten seien in Ostdeutschland seltener. Ende 2005 lag zudem der Ausländeranteil im Westen bei 10,2 Prozent, im Osten nur bei 2,3 Prozent.