Jobabsage wegen Schwangerschaft: Entschädigung

Herne/Erfurt (dpa/tmn) – «Freuen Sie sich doch auf Ihr Kind» – mit diesem Satz müssen sich Schwangere nicht abspeisen lassen, wenn sie bei ihren Bewerbungen übergangen wurden.

Denn ein solches Vertrösten kann schon als Beleg dafür ausreichen, dass werdende Mütter bei der Stellenvergabe gezielt benachteiligt wurden. Und dann steht ihnen eine Entschädigung zu, erläutert der Verlag «Neue Wirtschafts-Briefe» und beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (Az.: 8 AZR 257/07).

In dem Fall hatte sich eine Frau um eine höhere Stelle in ihrer Firma beworben. Den Zuschlag erhielt ein männlicher Kollege. Bei der Bekanntgabe wurde ihr dann tröstend mitgeteilt, sie solle sich auf ihr Kind freuen. Das werteten die Richter als Indiz für einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und sprachen der Frau eine Entschädigung zu. Der Arbeitgeber müsse in solchen Fällen beweisen können, dass er sich bei seiner Entscheidung ausschließlich von sachlichen Gründen hat leiten lassen.