Männer finden niedriges Gehalt für Frauen ungerecht

Berlin (dpa/tmn) – Die schlechtere Bezahlung von Frauen im Beruf finden auch viele Männer ungerecht. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben Studie.

Die Untersuchung habe gezeigt, dass nahezu alle sozialen Schichten, Alters- und Bildungsgruppen ungleiche Arbeitsentgelte als eine große Ungerechtigkeit wahrnehmen, erläuterte Prof. Susanne Baer im Rahmen einer Fachtagung des Gender Kompetenz Zentrums an der Humboldt-Universität Berlin. Viele Männer solidarisierten sich bei diesem Thema in hohem Maße mit Frauen.

Die ungleiche Bezahlung sei nicht nur eine Folge von tradierten Geschlechterstereotypen, sondern trage wiederum dazu bei, diese zu festigen. Denn sie führe unter anderem zu einer hierarchischen Arbeitsteilung in der Partnerschaft, selbst wenn diese ursprünglich nicht gewollt war, so Baer.

Laut der Vierteljährliche Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich 15,29 Euro brutto in der Stunde – teilzeitbeschäftigte Frauen dagegen nur 13,85 Euro. Vollzeitbeschäftigte Männer im Dienstleistungsbereich bekommen im Schnitt einen 20,5 Prozent höheren Bruttomonatsverdienst als Frauen in Vollzeit.

Der Erhebung liegt eine repräsentative Stichprobe von rund 40 500 Unternehmen mit rund 7 Millionen Beschäftigten zugrunde.