Bonn (dpa/tmn) – Arbeitgeber können einiges dazu tun, einen guten Azubi im Betrieb zu halten. Dazu zählt, ihm gezielt mehr Verantwortung zu übertragen, als es der Ausbildungsrahmenplan vorsieht.
Dagegen sollte es vermieden werden, ihm häufig stupide Tätigkeiten zu überlassen, rät der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn. Andernfalls drohen drei negative Effekte: Das Potenzial des Azubis wird nicht genutzt, er wird unzufrieden, und in seinen Augen verliert der Arbeitgeber seinen Ruf als Ausbildungsbetrieb.
Um die Motivation bei den Auszubildenden zu heben, kann auch eine freiwillige Azubi-Runde eine gute Idee sein, eine Art «Ausbildungs-Qualitätszirkel». Die Runde könnte Vorschläge für die Lösung kleinerer betrieblicher Probleme erarbeiten, so der Fachverlag. Die Azubis könnten sich sogar – nach Absprache – an die Umsetzung dieser Lösungsvorschläge machen. Schließlich habe kaum jemand einen so guten Überblick über die einzelnen Abteilungen und deren Arbeitsweise wie sie. Das sei eine gute Basis für Vorschläge zu organisatorischen Verbesserungen.
Wichtig ist außerdem, Azubis frühzeitig an den Betrieb zu binden. Dafür muss auf besondere Begabungen und Neigungen geachtet werden. So lohnt es sich zu fragen, in welcher Abteilung ein Lehrling bevorzugt arbeiten würde und welches – perspektivisch gesehen – sein «Traumjob» wäre.
Irritationen lassen sich vermeiden, wenn sich der Arbeitgeber frühzeitig mit Ausbildern und potenziellen Vorgesetzten über die Zeit nach der Lehre unterhält. Das Ergebnis sollte der Azubi dann aber auch erfahren. Schließlich hebt auch das die Motivation, wenn er weiß, wie seine Perspektiven aussehen.