Niedriglohnbeschäftigte haben wenig Aufstiegschancen

Duisburg/Essen (dpa/tmn) – Niedriglohnbeschäftigte haben nur geringe Chancen, in einen besseren Job aufzusteigen. Während Ende der 80er Jahre in Westdeutschland noch fast jeder fünfte vollzeitbeschäftigte Niedriglöhner im Folgejahr einen besseren Job finden konnte, gelang das 2004 nur 8,6 Prozent.

Das ergab eine Studie des Institutes Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten blieben im Niedriglohnbereich, knapp 14 Prozent waren im Folgejahr arbeitslos oder nicht mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die übrigen wechselten in Teilzeit oder Minijobs.

Vor allem Älteren, Ausländern und Geringqualifizierten fällt der Aufstieg schwer. Nur 4,2 Prozent der über 54-Jährigen und 5,5 Prozent der 45- bis 54-Jährigen konnten in einen besseren Job wechseln, so das IAQ. Bei den Ausländern gelang das 6,9 Prozent, bei den Geringqualifizierten 7,1 Prozent. Wer mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss trotzdem zu einem Billiglohn arbeitete, hatte hingegen gute Aufstiegschancen: 18,1 Prozent schafften den Wechsel in einen besser bezahlten Job.

Als Gründe für die schlechten Aufstiegsmöglichkeiten sieht das IAQ unter anderem die Ausgliederung schlecht bezahlter Tätigkeiten in auswärtige Unternehmen oder auch Leiharbeit. Die innerbetrieblichen Aufstiegsmöglichkeiten seien dadurch gering.