Ostdeutsche Auszubildende sind besonders mobil

Nürnberg (dpa) – Jugendliche aus den neuen Ländern nehmen für eine Berufsausbildung weite Wege in Kauf. In Brandenburg verlässt einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge fast jeder Vierte das Bundesland.

In Sachsen-Anhalt sind es 17 Prozent der Auszubildenden, in Thüringen 15 Prozent. Durch die hohe Mobilität würden regionale Ungleichheiten auf dem Lehrstellenmarkt ausgeglichen, berichtete das IAB in Nürnberg. Ohne die Flexibilität der jungen Menschen wäre die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Ostdeutschland weitaus dramatischer.

In Westdeutschland beschränkt sich die Mobilität der Auszubildenden weitgehend auf das jeweils eigene Bundesland. Ausnahmen sind die Stadtstaaten und Wirtschaftszentren Bremen und Hamburg mit Pendlerquoten von 40 beziehungsweise 35 Prozent. Auch Berlin erweist sich den Angaben zufolge mit einer Quote von 19 Prozent als Ausbildungszentrum vor allem für junge Menschen aus Brandenburg. Laut IAB sichern Auszubildende aus strukturschwachen Gegenden mit ihrer Mobilität heute den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, der morgen in ihren Heimatregionen entstehen werde.

Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern bilden laut der Studie regionale Ausbildungszentren und ziehen Jugendliche aus den umliegenden Kreisen an. «Aus den ländlich geprägten Regionen müssen die Auszubildenden in Ost wie West sehr häufig auspendeln», betonten die Arbeitsmarktforscher. In den sehr dünn besiedelten Regionen Ostdeutschlands liegt diese Quote unter den Auszubildenden mit durchschnittlich 46 Prozent mit Abstand am höchsten.