Praktikum selten Brücke in Festanstellung – oft unterbezahlt

Berlin (dpa) – Ein Praktikum verhilft nur gut einem Drittel der Berufsanfänger unmittelbar zu einer Festanstellung. Die Mehrzahl der Praktikanten fühlt sich zudem untervergütet.

Dies sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums, die in Berlin vorgestellt wurden. Ein Praktikum erfülle nur unzureichend die häufig vermutete «Brückenfunktion in stabile Beschäftigung», lautet das Fazit.

«Von allen freiwilligen Erst-Praktika, die nach Abschluss der beruflichen Ausbildung absolviert wurden, waren 51 Prozent nach Angaben der Befragten unterbezahlt, zwölf Prozent unangemessen und 37 Prozent angemessen vergütet», heißt es in der Studie. Somit liege «die Vermutung nahe, dass die entsprechenden Unternehmen auch Interesse an einer unterbezahlten Arbeitskraft hatten.»

Der Studie zufolge, für die 2616 junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren befragt wurden, schafften nach Ende der Berufsausbildung 31 Prozent einen nahtlosen Einstieg in den Beruf, 43 Prozent gelang dies nur auf Umwegen. Von ihnen fanden sich elf Prozent zunächst in einem «atypischen Beschäftigungsverhältnis» wieder, 32 Prozent erhielten eine Festanstellung erst nach mehreren Praktika oder Einsätzen als Leiharbeiter. Von der selben Firma unmittelbar nach Abschluss des Praktikums übernommen wurden 22 Prozent, weitere 13 Prozent fanden Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber.