Probleme mit Lehrer im Gespräch klären

Berlin (dpa/tmn) – Unzufriedene Schüler, die ihre Lehrer im Internet beleidigen, machen alles nur noch schlimmer: Lösen können sie die Probleme so nicht. Dafür müssen sie mit dem Lehrer selbst oder ihrem Vertrauenslehrer sprechen.

Dieser Meinung ist der Schulpsychologe Klaus Seifried vom Berufsverband Deutscher Psychologen in Berlin. Tatsächlich aber stellen immer mehr Schüler ihre Lehrer in Internetportalen wie Spickmich.de bloß.

«Beleidigung und Bedrohung von Lehrern ist eine Straftat, die von der Polizei verfolgt wird. Das kann sehr unangenehm für die Schüler werden», sagte Seifert. «In den meisten Fällen von Mobbing ist mangelnde Kommunikation die Ursache.» Wiegen die Konflikte nicht zu schwer, sei es immer besser, zunächst mit dem Lehrer zu sprechen.

Bei wirklich schwerwiegenden Konflikten mit dem Lehrer sollten Schüler sich an ihre Eltern oder den Vertrauenslehrer ihrer Schule wenden, so der Schulpsychologe. Hilfreich sei es oft auch, vor einem Gespräch mit dem Lehrer die Mitschüler, den Klassensprecher und den Klassenlehrer zurate zu ziehen. An vielen Schulen gibt es zudem Lehrer- und Schüler-Mediatoren, die für die Vermittlung bei Konflikten ausgebildet sind.

«Wenn der Lehrer grobes Fehlverhalten an den Tag legt und nicht davon abrückt, können sich Schüler oder Eltern auch beim Schulleiter beschweren», erklärte der Schulpsychologe. Bringt das alles nichts, müssten die Schüler den Lehrer aber wohl oder übel mit zusammengebissenen Zähnen ertragen. Es gehöre zur Schule dazu, «dass man sich auch mal anpassen muss».

Gute Gründe, mit einem Lehrer unzufrieden zu sein, gebe es oft: «Manchmal ist der Unterricht monoton», so der Experte. Oder Lehrer könnten Inhalte nicht gut vermitteln. Weil die Klassen zu groß sind, hätten Lehrer oft wenig Zeit für einzelne Schüler. Diese merkten das meist sehr genau. Schüler könnten von Lehrern erwarten, dass sie ihre Bewertungskriterien offenlegen und bereit sind, auch über Inhalt und Form des Unterrichts zu reden.

Dass nicht jeder Lehrer offen für Kritik ist und sich ändern will, weiß auch Seifried. Ihn deshalb aber im Internet zu verspotten, behebe das Problem nicht. Meistens sei Lehrern ein guter Kontakt zu ihren Schülern wichtig. Je öfter Schüler dem Lehrer sagten, was sie stört, desto leichter falle ihnen dies mit der Zeit. Und desto entspannter werde in der Regel auch das Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern. «Eigentlich wünschen sich Lehrer, dass ihre Schüler sie und ihren Unterricht mögen.»