Dresden (dpa) – In den Ferien öffnen viele Universitäten und Hochschulen in Sachsen Labore und Hörsäle für Schüler. Sie wollen die Jugendlichen so vor allem für die Naturwissenschaften und die ingenieurtechnischen Fächer begeistern.
Bei Spiel, Experimenten und Vorträgen können die Mädchen und Jungen für einige Tage Hörsaal-Luft schnuppern. Der Rückgang der Abiturientenzahlen mache es für kleine Unis immer schwerer, Studenten zu gewinnen, sagte Fachstudienberater Eckart Fromm von der TU Chemnitz. «Wir wollen aber auch unser Stück von diesem Kuchen.»
Am Kreativzentrum der Hochschule beginnt an diesem Montag (14.7.) ein mehrwöchiges Sommerferienprogramm mit 25 Veranstaltungen, das sich an Nachwuchsforscher und -techniker etwa ab zwölf Jahren richtet. Bei «Knobel dich schlau!» können sich Mathe-Asse an kniffligen Denk- und Strategiespielen, an Zauberwürfel und Puzzle-Spielen testen. Im Schülerlabor «Wunderland Physik» geht es um Versuche mit Parabolspiegeln oder die Konstruktion eines Solarofens. Bereits Anfang Juli gab es die «15. Chemnitzer Sommer-Schule für Physik». An zwei Tagen experimentierten 70 Gymnasiasten mit Flüssigkristallen, Computer, Raster-Elektronen-Mikroskop und Laser-Strahl.
Vier Kurse bietet die TU Dresden an – streng nach Geschlechtern getrennt: Zwei Wochen Mädchen, zwei Jungen. Ursprünglich sollten jungen Frauen Berührungsängste vor Naturwissenschaften und Technik genommen werden. Wegen der großen Nachfrage gibt es seit 2000 auch «Männerwochen». Die etwa insgesamt 130 Plätze sind lange ausgebucht. Das Programm umfasst auch Exkursionen, Stadtführung und Grillabend. Das Ergebnis: Etwa jedes zweite Mädchen und fast drei Viertel der Jungen, die im Vorjahr dabei waren, entschieden sich laut einer Umfrage für Dresden als Studienort. Projektleiterin Margit Wauer ist zufrieden. «Auch wenn während der Sommer-Uni einige Teilnehmer feststellen, dass ein technisches Fach nichts für sie ist, hat das etwas Gutes.»
An der TU Bergakademie Freiberg wird der Campus im Sommer von etwa 150 Mädchen und Jungen bevölkert. Seit 1999 sei deren Zahl jährlich gestiegen, sagt Studienberaterin Sabine Schellbach. «Die Schüler überprüfen während der Zeit ihren Studienwunsch. Mehr als jeder Dritte findet dabei sein Lieblingsfach.» Diesmal werden acht Projekte angeboten, die sich an Studiengängen wie Chemie, Maschinenbau, Geo- und Werkstoffwissenschaften oder Materialien für die Elektronik orientieren. Die Jugendlichen bekommen eine Einführung in die Fächer, werden durch die Uni geführt, werfen einen Blick in Bibliothek, Sammlungen und Hörsäle. Attraktion sind Besuche im Lehrbergwerk und in der Mineralogischen Sammlung. Eine Projektwoche richtet sich speziell an junge Mädchen.