München/Regensburg (dpa/tmn) – Schon Kinder sollten nach Ansicht von Experten an internationalen Begegnungsprojekten teilnehmen. Eine Studie aus dem Jahr 2007 habe gezeigt, dass schon Kurzzeit-Jugendbegegnungen Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung haben.
Das teilt das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München mit. Zehn Jahre nach der Teilnahme an einem Austausch erklärten dabei 63 Prozent der Befragten, diese Erfahrung habe bei ihnen zu mehr Selbstsicherheit, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit geführt. So falle es ihnen beispielsweise leichter, sich allein in fremder Umgebung zurechtzufinden, mit unbekannten Personen Kontakt aufzunehmen und eigenverantwortlich zu handeln.
Fast genauso viele (62 Prozent) sahen eine Wirkung im Bereich interkulturelles Lernen. Darunter fallen die Fähigkeiten, die Perspektive eines anderen übernehmen zu können und sich über kulturelle Unterschiede bewusst zu sein. 51 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass sie durch die Austauscherfahrung offener gegenüber unbekannten Menschen und neuen Situationen geworden sind und außerdem mit mehr Flexibilität und Gelassenheit reagieren können. Das erläutert Prof. Alexander Thomas von der Universität Regensburg, der an der Studie beteiligt war.
Ebenfalls mehr als jeder zweite Befragte (52 Prozent) gab an, dass er durch die Austauscherfahrung seine sozialen Kompetenzen, insbesondere die Team- und Konfliktfähigkeit erhöht habe. Genauso viele fühlen sich kompetenter beim Umgang mit der Fremdsprache, und 23 Prozent wurden sogar zum Erlernen einer neuen Sprache animiert. 60 Prozent der ehemaligen Teilnehmer haben immer noch eine positive Beziehung zum Gastland. Und obgleich der Schüleraustausch im Schnitt zehn Jahre zurückliegt, pflegen 41 Prozent der Beteiligten noch immer Kontakt zum Austauschpartner.