München (dpa/tmn) – Schon an Grundschulen kommt es unter Kindern zu Attacken und Demütigungen. Bei diesem sogenannten Bullying ist meist ein großer Teil der Klasse beteiligt – entweder auf der Opfer-, der Verteidiger- oder der Täterseite.
Das geht aus einer Untersuchung von Mechthild Schäfer an der Universität München hervor. Aus Angst, das nächste Opfer zu werden, stellten sich viele Schüler auf die Seite des Täters, oder sie schwiegen. Doch nur dort, wo das aggressive Verhalten toleriert wird, könne sich das Bullying etablieren, erläutert die Privatdozentin.
Ein Opfer bleibt nicht zwangsläufig in dieser Rolle. Denn die Täter konzentrierten sich meist nicht auf ein bestimmtes Opfer, so dass einzelne Kinder nur selten über längere Zeit attackiert werden, so Schäfer. Zudem hätten Kinder, die in der Grundschule Opfer waren, kein höheres Risiko, auch in der weiterführenden Schule in diese Rolle zu geraten. Dagegen blieben Täter, insbesondere wenn sie schon älter sind, häufig in dieser Rolle. An der Untersuchung nahmen Schüler aus Münchner Grundschulen teil.