Schwangerschaft hat auch Auswirkungen aufs Arbeitsverhältnis

Bonn (dpa/tmn) – Wenn eine Mitarbeiterin schwanger wird, hat das auch Auswirkungen auf ihr Arbeitsverhältnis. So kann sie im Regelfall nicht gekündigt werden. Darauf weist der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn hin.

Unter Umständen dürfe sie auch nicht mehr an ihrem gewohnten Arbeitsplatz eingesetzt werden. Sobald sie dem Arbeitgeber mitteilt, dass sie schwanger ist, ist dieser verpflichtet, sie vor Gesundheitsgefährdungen für Schwangere am Arbeitsplatz zu schützen. Eine schwangere Arbeitnehmerin darf zum Beispiel nicht mehr ununterbrochen Stehen oder Sitzen und keine schweren Lasten heben. Sie darf auch keine Arbeit mit gesundheitsschädigenden Stoffen übernehmen.

Wenn ein Arbeitgeber feststellt, dass eine Gefahr für die werdende oder auch für eine junge Mutter besteht, dann muss er die Gefahr beseitigen. Das heißt, er hat den Arbeitsplatz oder die Arbeitsbedingungen so umzugestalten, dass die Gefährdung entfällt. Wenn das nachweislich nicht möglich oder zu aufwendig ist, sollte die Mitarbeiterin an einem sicheren Arbeitsplatz eingesetzt werden. Ist auch eine Versetzung nicht möglich, muss der Arbeitgeber die Mitarbeiterin unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit freistellen, so der Fachverlag.

Eine Versetzung an einen anderen als den vertraglich vereinbarten Arbeitsplatz ist auch möglich, wenn der Arbeitsvertrag keine Versetzungsklausel enthält. Denn eine schwangere Frau, die aufgrund eines gesetzlichen Beschäftigungsverbots ihre Arbeitsleistung nicht erbringen darf, ist verpflichtet, vorübergehend eine andere ihr zumutbare Tätigkeit auszuüben, urteilte das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (Az.: 5 AZR 174/98).

Der Arbeitgeber muss aber darauf achten, dass die andere Tätigkeit für die Arbeitnehmerin zumutbar ist. Das gilt den Angaben zufolge zum Beispiel dann nicht, wenn die Arbeitnehmerin nun einen viel längeren, beschwerlicheren Arbeitsweg hätte. Wenn ein Arzt ein Beschäftigungsverbot verhängt hat, weil das Leben oder die Gesundheit von Mutter oder Kind durch die Arbeit gefährdet werden könnte, darf der Arbeitgeber die Schwangere nicht mehr beschäftigen. Ein solches Beschäftigungsverbot ist nach einem Urteil des BAG auch bei grundsätzlich ungefährlichen Arbeiten möglich, etwa wegen psychischen Stresses am Arbeitsplatz (Az.: 5 AZR 352/99).