Teilzeitarbeit: Ablehnung sollte gut begründet sein

Bonn (dpa/tmn) – Einen Wunsch nach Teilzeitarbeit dürfen Arbeitgeber nur ablehnen, wenn «betriebliche Gründe» dagegen sprechen. Dass in einem Unternehmen generell Teilzeitbeschäftigung nicht vorgesehen ist, reicht als Begründung nicht, erläutert der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn.

Diese müssen nachvollziehbar und sachlich begründet sein. Betriebliche Gründe können zum Beispiel sein, dass durch die Teilzeitbeschäftigung die Organisation, der Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt würden. Auch unverhältnismäßig hohe Kosten sind ein Argument, das Arbeitsrichter überzeugt.

Ebenfalls als Ablehnungsgrund von Arbeitsgerichten akzeptiert ist, wenn der Arbeitgeber die ausfallende Arbeitszeit nicht durch das Einstellen einer weiteren Teilzeitkraft ausgleichen kann, weil eine solche Ersatzkraft nicht zu finden ist, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (Az.: 9 AZR 16/03).

Ebenfalls nicht akzeptabel sei die Verringerung der Arbeitszeit, wenn durch eine Arbeitsteilung die Qualität verschlechtert würde, etwa weil das Betreuungs- oder Erziehungskonzept in einem Kindergarten eine feste Bezugsperson vorsieht. Eine Teilzeittätigkeit verringere die Qualität der Beziehung zu den betreuten Personen, so das BAG (Az.: 9 AZR 126/02).

Dagegen darf der Arbeitgeber nicht einfach argumentieren, er finde für die notwendige Neueinstellung keinen ausreichend qualifizierten Bewerber. Schließlich sei ihm eine entsprechende Schulung des neuen Mitarbeiters zuzumuten, wenn dieser grundsätzlich geeignet ist, urteilte das BAG (Az.: 9 AZR 636/02). Auch ein allgemeiner Hinweis auf das betriebliche Organisationskonzept reicht nicht, so das Arbeitsgericht Frankfurt (Az.: 18 Ca 6836/01). Das gilt genauso für die pauschale Behauptung, Teilzeitarbeit störe den Betriebsfrieden Ein solcher Vorwurf müsse konkretisiert und belegt werden, forderte das Arbeitsgericht Mannheim (Az.: 12 Ca 351/01).