Uni Halle will Abiturienten aus alten Bundesländern locken

Halle (dpa) – Mit einem speziellen Schnupperprogramm will die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Abiturienten aus den alten Bundesländern zum Studieren an die Saale locken.

«Wir müssen aktiv werden, damit wir die Studienplätze auslasten können», sagte Uni-Sprecherin Katrin Rehschuh. Die Hochschule organisiert westdeutschen Gymnasiasten einen Besuch in Halle, bei dem sie nicht nur die Uni, sondern auch die Stadt selbst und die Lebensbedingungen dort kennenlernen können.

Hintergrund für die Aktion ist auch der Hochschulpakt 2020. Aufgabe der neuen Länder ist es demnach, die Zahl der Plätze für Studienanfänger bis zum Jahr 2010 auf dem Stand des Jahres 2005 zu halten, um die wegen der geburtenstarken Schulabgänger-Jahrgänge sprunghaft wachsende Nachfrage nach Studienplätzen in Deutschland mit abzudecken – und die West-Hochschulen zu entlasten.

Derzeit sind die drei zwölften Klassen einer hessischen Schule in Halle zu Besuch. Die 105 Schüler wurden zunächst vom Rektor der Uni empfangen und über die Bewerbungsfristen informiert. Auch alle Fakultäten stellen sich ihnen vor. Auf dem dreitägigen Besuchsprogramm stehen zudem eine Stadtführung mit Besuch einer Plattenbauwohnung, eine Mittagspause in der Mensa und ein Theaterbesuch. «Wir haben nicht das Problem, dass die Uni unattraktiv ist. Die Wahl scheitert oft am Image von Halle und vom Osten», sagte Rehschuh.