Berlin (dpa/tmn) – Junge Erwachsene mit besonders gutem Berufsabschluss können ab sofort ein Hochschulstipendium von der Bundesregierung bekommen. Das teilt das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin mit.
Bewerber für das neue Aufstiegsstipendium müssen mindestens über zwei Jahre Berufserfahrung sowie eine Berufsabschlussprüfung oder Aufstiegsfortbildung mit einer Durchschnittsnote von 1,9 beziehungsweise 87 Punkten oder besser verfügen. Auch Teilnehmer, die sich beim bundesweiten beruflichen Leistungswettbewerb besonders hervorgetan haben, kommen infrage.
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, muss die Bewerbung vom Betrieb angeregt werden. Diese können Angestellte mit besonderer Begabung vorschlagen, müssen ihre Wahl allerdings begründen. Das Stipendium für ein Vollzeitstudium beträgt den Angaben zufolge monatlich 650 Euro plus 80 Euro Büchergeld. Das berufsbegleitende Studium sponsert der Bund mit jährlich 1700 Euro. Interessierte, die ihr Studium zum Wintersemester 2008/2009 antreten möchten, können sich noch bis Ende September bewerben. Bis Ende 2009 will die Bundesregierung insgesamt 1000 Aufstiegsstipendien vergeben.
Im Vergleich mit 22 anderen EU-Staaten belegt Deutschland in Sachen Hochschulzugang für Berufstätige einen der hinteren Plätze. 2006 hatten etwa 83 Prozent der Studenten Abitur, 13 Prozent die Fachhochschulreife. Etwa vier Prozent hatten den Zugang zur Hochschule über einen anderen Weg geschafft – nur ein Viertel davon über besondere Qualifizierung im ausgeübten Beruf oder über eine Begabtenprüfung. Anders in Schweden: Dort haben 36 Prozent der Studenten kein klassisches Abitur.