Unter Angst lernen hemmt Kreativität

Stuttgart (dpa/tmn) ­ Emotionen sind wichtig für das Lernen. Wird allerdings etwas unter Angst gelernt, ist das kontraproduktiv. Denn dann ist das Gelernte mit dieser Angst verbunden, was die Kreativität hemmt.

Das sagt der Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer auf der Bildungsmesse Didacta (19. bis 23. Februar) in Stuttgart. Keiner habe Interesse an Schülern, die nur auswendig gelerntes Wissen abspulen können. Die Schule müsse daher angstfreies Lernen ermöglichen. Auch Stress sei schädlich. «Denn dann sterben Nervenzellen ab und das ist schlecht fürs Lernen.»

Damit der Lernstoff wirklich hängen bleibt, muss er spannend sein, sagte der Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass der Lehrende das Thema selbst interessant findet und seine Begeisterung zeigt. Menschliche Beziehungen spielten beim Lernen eine große Rolle. «Lernen vollzieht sich zwischen Menschen, die erfolgreich miteinander interagieren», sagte Prof. Spitzer. Verweist der Lehrer dagegen nur auf ein Kapitel des Lehrbuchs, das die Schüler lesen sollen, «ödet ihn das an, die Schüler auch und dabei wird sicherlich nichts gelernt».