Verkäufer bezahlt Getränk nicht: Kündigung rechtens

Frankfurt/Main (dpa) – Wenn ein Supermarkt-Kassierer sich einen Schluck Cola gönnt, ohne das Getränk vorher bezahlt zu haben, ist die fristlose Kündigung des durstigen Arbeitnehmers zu rechtfertigen. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor.

Die Richter erklärten damit einen vor diesem Hintergrund geschlossenen Aufhebungsvertrag zwischen einem Kassierer und einer Supermarktkette für wirksam (Az: 7 Ca 4568/07). Obwohl es in dem Markt die eindeutige Anweisung gab, Getränke vor dem Verzehr zu bezahlen, hatte eine Videokamera den Kassierer dabei aufgenommen, wie er ohne vorherige Bezahlung trank. Mit der Drohung einer fristlosen Kündigung wurde er daraufhin von dem Vorgesetzten zur Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages gebracht.

Laut Urteil war der Vertrag nicht infolge der vorausgegangenen Kündigungsdrohung unwirksam. Bei einem Diebstahl auch geringwertiger Lebensmittel dürfe ein «verständiger Arbeitgeber» stets an den Ausspruch einer Kündigung denken und deshalb auch damit drohen, heißt es in der Entscheidung.