Hannover/Berlin (dpa/tmn) – Studenten in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften brechen besonders häufig ihr Studium ab: In Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Mathematik, Physik und Chemie liegt die Abbrecherquote bei bis zu 30 Prozent.
Insgesamt gaben von 100 Studenten, die Anfang 2000 losgelegt haben, 21 ihr Erststudium ohne Examen auf, berichtet das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover. Die Zahlen stammen aus einer Studie, für die das HIS die Daten von Absolventen des Jahres 2006 ausgewertet hatte, die mehrheitlich ihr Studium zwischen 1999 und 2001 aufgenommen hatten. Die Studie wurde vom Bundesbildungsministerium in Berlin in Auftrag gegeben.
Auch viele Sprach- und Kulturwissenschaftler bringen ihr Studium nicht zu Ende. Die Rechts- und Sozialwissenschaften verzeichnen dagegen weniger Abbrüche als früher. Das Medizin-, Pharmazie- und Lehramts-Studium wird in der Regel ebenfalls nicht freiwillig vorzeitig aufgegeben.
Eine wichtige Rolle spielt auch der angestrebte Abschluss: Studenten mit dem Ziel Staatsexamen brechen laut HIS seltener ihr Studium ab als ihre Kommilitonen im Diplom- und Magisterstudium. Besonders hoch fällt die Abbrecherquote in den Bachelor-Studiengängen aus: Von den Anfängern der Jahre 2000 bis 2004 gab jeder Vierte an der Uni sein Studium früher auf, an den Fachhochschulen waren es sogar 39 Prozent. Davon besonders betroffen waren die Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften.