Vorsicht Fettnäpfchen: So gelingt der Start im Job

Berlin/Freiburg (dpa/tmn) – Wer einen neuen Job hat, sollte vor lauter Tatendrang nicht übermütig werden: «Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag hört die Bewerbung noch nicht auf», sagt Branko Woischwill, Karriere-Experte aus Berlin.

Für den Traumstart im Job ist es wichtig, den Chef und die Kollegen von Anfang an für sich zu gewinnen. Arbeitnehmer sollten sich vor dem ersten Arbeitstag in die neue Situation hineinversetzen und Arbeitsabläufe und Beziehungsgeflechte der Firma recherchiert haben. «Das fängt damit an, dass man weiß, wo die Parkplätze sind und sich vorab notwendige Zugangsberechtigungen fürs Firmengelände organisiert hat», erklärt Woischwill. Angemessene Kleidung ist für den ersten Eindruck das A und O. «Information dazu kann die Homepage des Unternehmens geben, da sind die Mitarbeiter meist abgebildet», sagt Woischwill. «Erkundigen Sie sich notfalls in der Personalabteilung», rät der Unternehmensberater Peter Modler aus Freiburg. «Das muss einem nicht unangenehm sein.»

Neulinge am Arbeitsplatz vergessen gerne, dass auch der neue Chef und die Kollegen unsicher sind. Signalisiert der Neue dann viel Offenheit, macht er nichts verkehrt. Dabei sollte man sich nicht nur für die Tätigkeit, sondern auch für die Menschen interessieren: «Stellen Sie auch mal Fragen. Beispielsweise, wie lange die Kollegen schon im Unternehmen arbeiten», rät Christine Öttl, Selbstmarketing-Coach aus München.

Meist lernt man gleich viele neue Kollegen kennen. Um da nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt Branko Woischwill, sich Notizen zu machen: «Man bekommt am Anfang so viele Informationen, die kann man sich gar nicht alle merken. Wichtige Dinge und auch Namen kann man sich in ein Notizbuch eintragen.» Es gilt, die soziale Rangordnung im Unternehmen schnell zu begreifen: Die wichtigste Stellung haben meist die Mitarbeiter, die schon die längste Zeit im Unternehmen sind. «Unabhängig von der fachlichen Qualifikation muss man allein diese Tatsache würdigen», rät Peter Modler. Bei offenen Fragen oder Unsicherheiten sollte man sich nicht scheuen, diese Mitarbeiter um Rat zu fragen.

Die Umgangsformen seien branchenabhängig. «In einem jungen Start-Up-Unternehmen sagt man vielleicht nur freundlich &Hallo& und duzt sich sofort», erläutert Modler. Aber gerade am Anfang sei ein Handschlag nie verkehrt. Auch mit dem Duzen sollte man vorsichtshalber zurückhaltend sein. «Es wäre ärgerlich, wenn man alle duzt und dann merkt, dass sich die Kollegen gegenseitig nur siezen.» Trotz freundlichem und offenem Auftreten, sollte man sich am Anfang mit eigenen Ideen noch zurückhalten: «Später ist dann Schritt für Schritt mehr Reformeifer gefragt», meint Woischwill.

Aufdrängen sollte man sich aber nie – weder zum Kantinengang noch zu anderen Aktivitäten. Besser ist, vorsichtig anzufragen: «Nehmen Sie mich mit in die Kantine? – damit erkennt man an, dass einem die anderen etwas voraus haben», sagt Modler. Wer in der Mittagspause Abstand benötigt, um die Batterie aufzuladen, sollte sich nicht mitschleppen lassen. «Wenn man das höflich sagt, sehen die anderen, der ist freundlich, sagt aber auch klar was er will», erklärt Öttl.