Wechsel in Industrie ist oft das Aus für Uni-Karriere

Karlsruhe (dpa/tmn) – Für angehende Forscher macht sich ein Wechsel von der Wissenschaft in die Industrie oft bezahlt – diesen Schritt sollten sie sich aber gut überlegen.

«Ein solcher Seitenwechsel ist oft das Ende einer Hochschulkarriere», sagte Bernd Beckert vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe. Wer etwa nach einem Doktor in Biotechnologie oder Pharmazie eine wissenschaftliche Laufbahn plant, sollte einen Job im Labor einer Pharmafirma nicht vorschnell annehmen. «Eine Rückkehr an die Uni ist dann schwierig – das ist oft eine Entscheidung fürs Leben.»

Ob sich für Wissenschaftler ein Wechsel in die Industrie lohnt, hänge stark vom Fachbereich ab, sagte Beckert. So hätten Ingenieure heute in der Regel nur dann Aussichten auf eine Professorenstelle, wenn sie mehrere Jahre in einem Unternehmen gearbeitet haben. In Fächern der Biomedizin sei es dagegen umgekehrt: Dort sollten sich Absolventen auf die Universität konzentrieren, wenn sie eine Hochschulkarriere anstreben.

Einer Studie des ISI zufolge gibt es in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich weniger Wissenschaftler, die zwischen Universität und Unternehmensforschung wechseln. Der Grund hierfür seien oft unterschiedliche Anforderungen, die eine Karriere begünstigen. «Während in der Industrie Praxiswissen gefragt ist, müssen Wissenschaftler viel publizieren, um an der Hochschule beruflich voranzukommen», erklärte Beckert. Zudem sei die Bezahlung in der Unternehmensforschung oft besser. «Wer sich einmal für diesen Weg entschieden hat, bleibt dann oft auch dabei. Eine Rückkehr bedeutet sonst ja oft einen Verzicht.»