Weinheim (dpa/tmn) – Zu viel lernen kann auch schaden – auf die Dosis kommt es an. Egal, ob für die Gesellenprüfung oder das Abi gebüffelt werden muss, falsche Lernstrategien können Erfolge verhindern.
So neigten Schüler oft zum «Überlernen», das heißt, sie übten beispielsweise Vokabeln auch dann noch weiter, wenn sie sie schon einigermaßen beherrschen. Die Hoffnung, den Stoff dadurch noch besser zu behalten, ist jedoch trügerisch, ergab eine Studie an der University of California in San Diego. Denn kurzfristig gebe es zwar diesen positiven Lerneffekt, aber nach vier Wochen sei er verpufft, berichtet die Zeitschrift «Psychologie heute».
Besser sei, stattdessen mit dem Lernen aufzuhören, sobald der Stoff sitzt und dann lieber etwas anderes zu büffeln, zeigten die Wissenschaftler im Experiment mit Schülern. Die ursprünglich geübten Lektionen sollten dann etwas später noch einmal wiederholt werden. Die Faustregel lautet den Forschern zufolge dabei: Der Lernabstand sollte 10 bis 30 Prozent des Zeitraums betragen, der bis zum Anwenden der Kenntnisse noch verstreichen wird.
Sollen beispielsweise Sprachkenntnisse im Ausland in einem halben Jahr angewendet werden, empfiehlt sich ein Wiederholen der Vokabeln ungefähr ein Monat nach dem ersten intensiven Üben. Steht in einer Fremdsprache in zehn Tagen eine Prüfung an, sei ein Tag Abstand zwischen den Lerneinheiten genau richtig, berichtet die Zeitschrift.