Umzug ins Home-Office muss gut durchdacht sein

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Ratgeber Beruf & Karriere
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Wenn der Kollege am Schreibtisch gegenüber mal wieder zu laut telefoniert, der Netzwerkdrucker lärmt und der Praktikant zum dritten Mal nach dem Code für den Kopierer fragt, sehnen sich viele Büromenschen nach der Abgeschiedenheit der eigenen vier Wände.

Der Umzug an den Schreibtisch daheim, ins Home-Office, erscheint vielen Arbeitnehmern aber auch aus rein organisatorischen Gründen attraktiv. So lassen sich Beruf und Kinderbetreuung wesentlich leichter miteinander vereinbaren, wenn der Arbeitstag in der Firma schon mittags endet und die ausstehenden Aufgaben flexibel zu Hause nachgearbeitet werden können.

Die sogenannte alternierende Telearbeit, bei der Angestellte in der Regel im Betrieb sind und nur einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen, ist vergleichsweise stark verbreitet. Nach Berechnungen des EU-Forschungsinstituts Eurofound ist in Deutschland etwa einer von fünfzehn Beschäftigten regelmäßig im Home-Office beschäftigt. Ausschließlich von zu Hause aus arbeitet dagegen hierzulande nur einer von hundert Arbeitnehmern.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass schon bei der alternierenden Telearbeit die organisatorischen Probleme nicht klein sind. Technisch lässt sich der Umzug ins Home-Office dank Hochgeschwindigkeits-Internet, Telefon mit Flat-Rate, Laptop und Smartphone zwar leicht realisieren. Schwierig ist jedoch das Zeitmanagement, und zwar sowohl aus der Perspektive der Unternehmen als auch aus der Sicht der Heimarbeiter.

Zu Recht bestehen Arbeitgeber darauf, dass Arbeitsabläufe im Betrieb nicht unter der Telearbeit leiden dürfen. Daher müssen Vorgesetzte und Mitarbeiter in der Firma wissen, wann und wie sie den externen Kollegen direkt erreichen können.

Auf der anderen Seite darf die Arbeitsverlagerung ins Home-Office nicht dazu führen, dass externe Beschäftigte als ständig verfügbar gelten. Denn dann wird aus dem Modell mit der erhofften freien Zeiteinteilung schnell ein “zerklüfteter Arbeitstag mit einer wenig erholsamen Freizeit”, warnt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

In größeren Betrieben gibt es zur Telearbeit häufig eine Betriebsvereinbarung. Welche Regeln beispielsweise bei der Daimler AG gelten, lässt sich auf der Webseite des Deutschen Gewerkschaftsbundes nachlesen (http://familie.dgb.de/praxis). Vor dem Umzug ins Home-Office sollte auf jeden Fall fest stehen, wer die Kosten für die technische Ausstattung übernimmt, wie die Arbeitszeit erfasst wird und für welche Dauer der regelmäßige Arbeitsplatz ausgelagert ist.

Eine Rückkehr in den Betrieb sollte jederzeit möglich sein. Wer meist alleine arbeitet, verliert nämlich schnell den Kontakt zu seinen Kollegen. Und irgendwann vermisst man dann sogar den Schreihals vom Schreibtisch gegenüber.

dapd.