Studiengebühren, Finanzierung und Förderung

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Ratgeber Studium
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Wie hoch sind die Kosten und wie kann man sein Studium finanzieren?

Die Studiengebühren und damit einhergehend die Finanzierung des Studiums stellen für viele Studenten eine besondere Hürde dar. Es gibt in Deutschland in einigen Regionen seit geraumer Zeit Studiengebühren auch an öffentlichen Hochschulen. Dabei unterscheidet man ebenso wie bei der Finanzierung und den entsprechenden Fördermöglichkeiten zum Studium zwischen verschiedenen Modellen bzw. Typen. Über diese sollte man sich vor dem Studium in jeglicher Hinsicht etwas näher informieren, um auch wirklich sicher sein zu können, so günstig und finanziell unbelastet studieren zu können wie es nur geht.

Studiengebühren beinhalten Zusatzgebühren aller Art, nicht aber die Semestergebühren

Grundsätzlich ist zunächst anzumerken, dass Studiengebühren und Semestergebühren zwei völlig verschiedene Aspekte darstellen. Die Semestergebühren sind von Studenten seit jeher zu tragen, da sie als soziale Beiträge etwa für die Studentenwerke dienen. Dafür kommen Studenten in den Genuss zahlreicher Vorteile. Hierzu gehören das Semesterticket und Studentenmieten sowie zahlreiche speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtete Angebote. Nur in Einzelfällen kann man einen Verzicht auf die Zahlung der Semestergebühren beantragen. Die Studiengebühren dagegen sind zweckgebunden. Dies bedeutet, dass die einzelnen Hochschulen die Gelder für Bildungszwecke einsetzen müssen. Die jeweiligen Investitionen obliegen einer Offenlegung, sodass sich die Studenten sicher sein können, dass die Studiengebühren nicht missbraucht oder zweckentfremdet eingesetzt werden. Je nach Bundesland, in dem man studiert, variiert die Höhe der Studiengebühren, die man als Student zahlen muss.

Manche Bundesländer erheben Studiengebühren, manche nicht

Jedes Bundesland erhebt ein eigenes Gesetz, das sich auf die Studiengebühren bezieht. Manche Länder wie Berlin erheben keine Studiengebühren, andere nur etwa für Langzeitstudenten oder einen Zweitstudiengang. Hessen gehört zu den letzteren Bundesländern. Zum Teil werden auch nur Aufnahmegebühren erhoben. Daher ist die Höhe der Studiengebühren nicht einheitlich festzulegen. Sie variiert zwischen 50 und mehreren hundert Euro. Weshalb die Länder selbst entscheiden dürfen, ob und in welcher Höhe Studiengebühren erhoben werden, liegt an der Selbstbestimmung der Attraktivität eines Studienstandortes. So können etwa Länder, die besonders attraktiv unter Studenten sind, durch eine hohe Studiengebühr für etwas mehr Transparenz in den Hörsälen sorgen, und Länder, die bei Studenten nicht sehr beliebt sind, durch einen Verzicht auf die Studiengebühren die Attraktivität des jeweiligen Studienstandortes erhöhen.

Studiengebühren im Überblick
Stand ab Wintersemester 2012

Baden-Württemberg – Keine Studiengebühren
Bayern – 100,- bis 500,- € pro Semester , je nach Hochschule
Berlin – Keine Studiengebühren
Brandenburg – Keine Studiengebühren
Bremen – Keine Studiengebühren
Hamburg – Keine Studiengebühren
Hessen – Keine Studiengebühren
Mecklenburg-Vorpommern – Keine Studiengebühren
Niedersachsen – 500,- € pro Semester
Nordrhein-Westfalen – Keine Studiengebühren
Rheinland-Pfalz – Keine Studiengebühren
Saarland – Keine Studiengebühren
Sachsen-Anhalt – Keine Studiengebühren
Sachsen – Keine Studiengebühren
Schleswig-Holstein – Keine Studiengebühren
Thüringen – Keine Studiengebühren

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Studiengebühren

Es gibt verschiedene Studiengebührtypen, zwischen denen es zu unterscheiden gilt. Zum Einen findet man die so genannten allgemeinen Studiengebühren vor. Diese werden von Neustudenten zum ersten Semester bezahlt und von den Ländern geregelt. Darüber hinaus gibt es die Langzeitstudiengebühren, die gezahlt werden müssen, wenn man sich mit seinem Studium besonders viel Zeit lässt. Meist sind sie ab dem vierten Semester zu zahlen. Auch die Studienkonten bzw. Studienguthaben gehören zu diesen Gebührtypen. Dabei haben Studenten ein eigenes Konto. Sobald das Guthaben darauf verbraucht ist, das sie automatisch erhalten, müssen sie Langzeitstudiengebühren zahlen. Die vierte Gebührenart in Hinsicht auf Studiengebühren stellen die Verwaltungs-, Einschreibungs- und Rückmeldegebühren dar. Diese betragen meist nicht mehr als 50 Euro pro Semester.

Finanzierung der Studiengebühren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die sich auf die Finanzierung von Studiengebühren beziehen. Besonders gängig sind in diesem Zusammenhang das Nachgehen eines Studentenjobs oder die Inanspruchnahme eines Bafögs bzw. Studentenkredits. Die zwei letztgenannten Finanzierungsarten beinhalten die Rückzahlung des gleichen Betrages, den man für die Finanzierung der Gebühren in Anspruch nimmt, nach dem Studium oder beim Berufseinstieg. Allerdings können sowohl der Studentenkredit als auch Bafög in Raten zurückgezahlt werden. Man erhält bei der Auszahlung auch nicht den gesamten Betrag auf einmal, sondern monatlich ein bestimmte Summe. Viele Studenten entscheiden sich jedoch fürs Jobben während des Studiums, wobei es in dieser Hinsicht viele Möglichkeiten gibt. Das Arbeiten im Supermarkt und Call Center ist hierbei ebenso gängig wie das Servieren im Restaurant oder Kassieren im Kino. Studenten arbeiten dabei meist auf Mini-Job-Basis bis zu 400 Euro im Monat. Teilweise hat man auch die Möglichkeit, bei einem Unternehmen bereits während des Studiums Berufserfahrungen zu sammeln und so auf eine Anstellung direkt nach dem Absolvieren des jeweiligen Studienganges zu hoffen.

Nicht jeder erhält ein Studien-Bafög

In Hinsicht auf das Bafög, das zur Finanzierung des Studiums genutzt werden soll, ist anzumerken, dass bei weitem nicht jeder ein solches erhält. Vielmehr sind nur Menschen, die aus weniger betuchten Familien stammen, berechtigt, ein Bafög für sich in Anspruch zu nehmen. Alle anderen Studenten müssen auf ihren Sponsoren setzen. Dies können etwa die Eltern oder Großeltern sein. Wer Bafög erhält und wer nicht, kann ohne Probleme online auf den offiziellen Bafög-Seiten nachgelesen werden. Menschen, die während des Studiums noch zu Hause wohnen, erhalten meist kein Bafög. Ein Wohngeldzuschuss kann darüber hinaus von Studenten, die in eine neue Stadt ziehen, genutzt werden.

Einen Kreditvergleich durchführen ist ausgesprochen ratsam

Viele Banken bieten einen Studentenkredit an. Dieser ist ohne Sicherheiten behaftet, sodass Studenten keinen Bürgen benötigen. Zudem können sie von meist niedrigen Zinsen profitieren. Man sollte, sofern man sich dazu entscheidet, einen Studentenkredit in Anspruch zu nehmen, allerdings einen entsprechenden Vergleich durchführen. Dies kann man etwa im Internet über zahlreiche Vergleichsportale. So kann man sich auch sicher sein, von den bestmöglichen Konditionen in dieser Hinsicht zu profitieren. Zudem findet man durch einen Vergleich spezielle Studentendarlehen, die etwa für die Schlussphase des Studiums gedacht sind. Diese bieten den Vorteil aufgrund der kürzeren Laufzeit mit noch günstigeren Konditionen als die normalen Darlehen daher zu kommen.

Förderung und Förderungsmöglichkeiten in Hinsicht auf die Studiengebühren

Darüber hinaus kann man auch einige Förderungsmöglichkeiten, die sich auf die Bezahlung der Studiengebühren beziehen, in Anspruch nehmen. Am gängigsten erscheint in diesem Zusammenhang das Stipendium. Dieses ist für besonders talentierte bzw. leistungsstarke Studenten gedacht. Außerdem hinaus gibt es Stipendien, die für gesellschaftliche oder politische Zwecke gedacht sind, etwa zum Anlocken von hoch begabten jungen Wissenschaftlern. Wer zu den Menschen gehört, die berechtigt sind, ein Stipendium für sich zu nutzen, entscheidet die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, allerdings im Auftrag des Bildungsministeriums, welches auch die Mittel für die Stipendien bereitstellt. Die Studenten, die ein Stipendium erhalten, müssen regelmäßig ihre guten Leistungen nachweisen. Ansonsten kann es sein, dass sie aus dem Kreis der Ausgewählten gestrichen werden. Dies führt im schlimmsten Fall dazu, dass sie die entsprechenden Gelder wieder zurück an das Bildungsministerium zu zahlen haben, da das Stipendium dann als Bafög behandelt wird.


Siehe auch

kischuni.de-Ratgeber: Hochschulabschlüsse im Überblick
kischuni.de-Ratgeber: Hochschularten im Überblick
kischuni.de-Ratgeber: Studienmodelle im Überblick
kischuni.de-Ratgeber: Zulassungsbeschränkung und Auswahlverfahren
kischuni.de-Ratgeber: Leben und Wohnen als Student