Kosten, Finanzierung und Förderung einer Weiterbildung

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Ratgeber Weiterbildung
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Um die Kosten einer Weiterbildung zu stemmen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Die Kosten für eine Weiterbildung hängen stark von der Weiterbildungsart ab. Grob ist zu sagen, dass diese zwischen 50,- und weit über 50.000,- Euro pro Weiterbildungsangebot liegen. Wer einen postgradualen Master abschließen möchte, muss zwischen 250,- und 15.000,- Euro pro Semester zahlen. Anzumerken ist, dass ein Vollzeitstudiengang in der Regel deutlich preisgünstiger ist, als die entsprechende Teilzeitform. Private Universitäten und Hochschulen sind zudem teurer als öffentliche. Das Fernstudium ist darüber hinaus preisintensiver als das Direktstudium.

Es gibt zahlreiche Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten, die sich auf eine Weiterbildung beziehen. In vielen Fällen bezahlt diese der Arbeitgeber, sofern er einen Mehrwert in der Weiterbildung sieht und sich sicher sein kann, dass der Arbeitnehmer nach Abschluss der Fortbildung weiterhin zu seiner Belegschaft gehört. Dabei spielt es keine Rolle, um was für eine Weiterbildung es sich handelt. Falls der Arbeitgeber die Weiterbildung nicht zahlt, oder diese in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Tätigkeit im Unternehmen steht, hat man die Möglichkeit, u. a. auf BAföG, Bildungsdarlehen, Förder- und Ratenkredite, eine Begabtenförderung bzw. Stipendium, das Meister-BAföG oder auf einen Bildungsscheck und eine Bildungsprämie zurückzugreifen. Sehr oft ergeben sich hierdurch steuerliche Vorteile für die jeweilige Person, die sich für eine Weiterbildung entscheidet.

Unter einem Meister-BAföG versteht man laut Ausbildungsfortbildungsförderungsgesetz, kurz AFBG, eine Finanzierung, die den beruflichen Aufstieg und die Existenzgründung fördern soll. Grundsätzlich steht das BAföG sämtlichen Berufsfeldern zur Verfügung. Wer dieses in Anspruch nehmen möchte, muss allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. So darf der Antragssteller noch nicht über eine Berufsqualifikation verfügen, die dem angestrebten Fortbildungsgrad zumindest gleichwertig ist. Eine bestimmte Altersgrenze muss dagegen nicht erfüllt werden. Der Antrag muss bei der entsprechenden Bildungsbehörde der einzelnen Bundesländer gestellt werden. Das Meister-BAföG muss nicht komplett zurückgezahlt werden, da es lediglich zum Teil aus einem rückzahlungspflichtigem Darlehen besteht. Der andere Teil besteht aus einem freien Zuschuss. Jener Zuschuss macht in der Regel 30,5% des gesamten BAföGs aus. Auch ist nach bestandener Prüfung und auf Antrag ein Darlehenserlass von 25% möglich. Der Rückzahlungsbeginn erfolgt nach Abschluss der Weiterbildungsmaßnahmen.

Gegenüber dem Meister-BAföG kommt die Begabtenförderungen mit einigen Unterschieden daher. Sie dient als Finanzierungsmöglichkeit für besonders begabte und lernstarke Menschen. Ihr Zweck liegt darin, unabhängig von den finanziellen Voraussetzungen solchen Personen die Möglichkeit zu geben, ihre Potentiale vollständig zu nutzen. Die Begabtenförderung muss nicht zurückgezahlt werden, sondern gilt als eine Art Sponsoring. Zur Verfügung gestellt wird sie von Stiftungen und von Begabtenförderwerken, die allen Teilen Deutschlands vorzufinden sind und daher in der Regel regional agieren. Sowohl Schüler als auch Studenten haben die Möglichkeit, Stipendien für sich zu nutzen, sofern sie die Begabtenvoraussetzungen erfüllen. Schüler können an Privatschulen und Internaten etwa eine schulische Ausbildung und direkt im Anschluss daran eine Aus- und Weiterbildung absolvieren. Entsprechende Stipendien helfen ihnen dabei, die Kosten für diese Schritte gering zu halten.

Alternativ zur Begabtenförderung und zum Meister-BAföG bietet es sich auch an, Bildungsscheck und Bildungsprämie in Anspruch zu nehmen. Beide Förderungs- bzw. Finanzierungsmöglichkeiten beziehen sich auf Berufstätige. Sollte deren zu versteuerndes Einkommen unter der Grenze von 25.600,- EUR pro Person und 51.200,- pro Ehepaar liegen, haben sie die Möglichkeit, einen Weiterbildungskurs über die Bildungsprämie finanzieren zu lassen. Weitere Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Bildungsprämie sind, dass die jeweiligen Personen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben und ihr Unternehmen nicht mehr als 249 Beschäftigte hat. Selbständige können ebenfalls von der Bildungsprämie Gebrauch machen, sodass letztgenannte Voraussetzungen für sie nicht gelten. Die Prämie kann auch für Prüfungskosten und nicht ausschließlich für die Weiterbildungsgänge genutzt werden. In Nordrhein-Westfalen hat man zudem die Möglichkeit, den Bildungsscheck in Anspruch zu nehmen. Hierbei handelt es sich allerdings um das einzige Bundesland in Deutschland. Der Bildungsscheck ist dazu da, Berufstätigen, deren zu versteuerndes Einkommen über der Grenze von 25.600,- EUR liegt, eine Stütze zu geben. Beide Förderungsmodelle können nur einmal pro Jahr genutzt werden.