Studium Jura, Rechtswissenschaft

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    Studienziele des Jurastudiums

    Die Inhalte des Jurastudiums vermitteln die theoretische Basis für die juristischen Berufe. Studierende lernen das Rechtssystem sowie dessen Gesetze zu verstehen und richtig anzuwenden.

    Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung für das Jurastudium

    Für die Zulassung zum Jurastudium wird in erster Linie die allgemeine Hochschulreife oder ein anderer gleichwertiger Abschluss vorausgesetzt. Zusätzlich gibt es in der Regel eine örtliche Zulassungsbeschränkung (NC), die jede Universität individuell festlegen kann.

    Für das Jurastudium bewirbt sich der Interessent direkt an der gewünschten Universität. In einem internen Auswahlverfahren bestimmt diese, welche Bewerber einen Studienplatz erhalten.

    Dauer und Studienablauf des Jurastudiums

    Das Jurastudium dauert in der Regel 9 Semester.

    Im zumeist viersemestrigem Grundstudium werden neben den Grundlagen des Rechts die drei Pflichtfächer Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht gelehrt. Darin wird den Studierenden das Basiswissen der Rechtswissenschaft vermittelt.

    Im Anschluss findet eine Zwischenprüfung statt. Je nach Bundesland erfolgt diese in Form von Klausuren, Hausarbeiten oder anderen schriftlichen Prüfungsarten. Erst wenn der Student die Zwischenprüfung bestanden hat, wird er zum Hauptstudium zugelassen.

    Im Hauptstudium muss er neben den Pflichtfächern einen Schwerpunktbereich wählen. Hierfür entscheidet er sich für das Fachgebiet, auf das er sich später beruflich spezialisieren möchte. Universitäten bieten diesbezüglich u.a. die Fächer Steuerrecht, Wirtschaftsrecht und Internationales Recht an.

    Während des Studiums muss der Student oftmals zusätzliche Praktika in einer Anwaltskanzlei, Verwaltungsbehörde oder einer ähnlichen juristischen Institution absolvieren.

    Gewöhnlich wird nach dem 9. Semester das Jurastudium mit der Ersten Prüfung bzw. Ersten Juristischen Prüfung abgeschlossen. Die Namensgebung variiert von Bundesland zu Bundesland. Ehemals als 1. Juristisches Staatsexamen bekannt, besteht die Prüfung nun aus einem universitären und einem staatlichen Teil. Die universitäre Schwerpunktprüfung besteht oft aus Hausarbeiten und Klausuren und prüft den gewählten Schwerpunktbereich des Studenten. Die staatliche Pflichtfachprüfung beinhaltet dagegen in der Regel eine mündliche Prüfung sowie 6 Klausuren und wird von den einzelnen Bundesländern zentral organisiert.

    Mit den optionalen Abschlüssen Bachelor und Master bietet das Jurastudium Alternativen zur Ersten (Juristischen) Prüfung. Beide Studienmodelle werden von Universitäten oft parallel angeboten. Da die Lerninhalte beider Studienmodelle identisch sind, sitzen Studierende aus beiden Modellen meistens auch im gleichen Hörsaal.

    Im Allgemeinen dauert das Bacherlorstudium 6 Semester und schließt mit der Bachelorarbeit ab. Absolventen haben die Möglichkeit, nach dem Abschluss noch ein Masterstudium zu belegen, welches oft weitere 4 Semester dauert und mit der Masterarbeit beendet wird. 

    Studieninhalte des Jurastudiums

    Das Studium startet meist mit den Grundlagen des Rechts. Hierbei sollen sich Studierende Wissen über die historischen Grundlagen des Rechts aneignen und eine Einführung in die Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie erhalten.

    Im Pflichtfach Zivilrecht erhalten die angehenden Juristen einen Einblick in das Bürgerliche Recht. Für gewöhnlich ist darunter das Vertragsrecht (u.a. Kaufvertrag und Mietvertrag) gefasst, durch welches man sich dem allgemeinen Teil des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und dem allgemeinen Schuldrecht nähert. So lernt der Student früh erste wichtige Begriffe und Definitionen kennen.

    Im Pflichtfach Strafrecht erhält er Kenntnisse bezüglich der rechtlichen Behandlung von schweren Delikten wie Körperverletzung oder Totschlag.

    Im Pflichtfach Öffentliches Recht werden im Studium die grundlegenden Verfassungsprinzipien behandelt, wie z.B. Demokratie und Sozialstaat sowie die rechtliche Organisation des Staates. Dem schließen sich im Nachhinein unter anderem die Grundrechte aus dem Grundgesetz und das deutsche und europäische Verfassungsrecht an.

    Die angebotenen Schwerpunktbereiche können je nach Universität variieren. Meist sind es folgende Fächer:

    • Arbeitsrecht
    • Familienrecht
    • Steuerrecht
    • Erbschaftsrecht
    • Wirtschaftsrecht
    • Umweltrecht
    • Recht der Politik
    • Internationales Recht
    • Europäisches Recht

    Hochschulabschluss beim Jurastudium

    Das Jurastudium schließt mit der Ersten Juristischen Prüfung bzw. Ersten Prüfung ab. Hiernach besteht die Möglichkeit einen Master zu machen oder zu promovieren. Um Volljurist zu werden muss man eine zweijährige Referendarzeit absolvieren, die auch unter der Bezeichnung Vorbereitungsdienst bekannt ist. Diese wird mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung abgeschlossen.

    Entscheidet sich der Student für ein Jurastudium nach Maßgaben der Bologna-Reform, schließt es mit dem Bachelor of Laws (LL.B.) bzw. mit dem Master of Laws (LL.M.) ab, der auch Magister Legum genannt wird. Zusätzlich gibt es weitere juristische Abschlüsse, wie z.B. den Magister Iuris (Mag.iur.), Magister Iuris Internationalis (Mag.iur.int.), Magister Legum Europae (postgraduate) (LL.M.Eur. (postgradual)) und schließlich den Abschluss Diplom-Jurist.

    Nach Maßgabe einiger Univeritäten erhält der Student den Magister Iuris, sobald er die Erste (Juristische) Prüfung erfolgreich absolviert hat. Falls er das Studium nach dieser Prüfung beenden will, bekommt er somit einen akademischen Grad zugesprochen, der den Eintritt ins Arbeitsleben erleichtern soll. Die Universität Mainz dagegen verleiht den Magister Iuris, unabhängig vom Studium der Rechtswissenschaften, an Absolventen des rechtsvergleichenden Studienganges „Magister des deutschen und ausländischen Rechts“ mit integriertem Auslandsstudium. Bei dem Magister Legum Europae handelt es sich um einen Zusatzabschluss, welcher den Magister Legum ergänzt. Der Titelzusatz Europae ist auf eine internationale Tätigkeit ausgelegt und vermittelt dementsprechende Kenntnisse. Der Abschluss Magister Iuris Internationalis umfasst einen eigenständigen Studiengang, den beispielsweise die Justus-Liebig-Universität Gießen anbietet. Die Schwerpunkte liegen hier auf den internationalen und europäischen Rechtsbeziehungen sowie der Rechtsvergleichung. Außerdem erhält man an einigen Universitäten nach Abschluss der Ersten Prüfung auf Antrag oder automatisch den Abschluss Diplom-Jurist. Ähnlich wie beim Magister Iuris, dient dieser der Verleihung eines akademischen Grades.

    Berufliche Möglichkeiten nach dem Jurastudium

    Nach der Zweiten Juristischen Staatsprüfung hat man mehrere berufliche Möglichkeiten zur Auswahl. Die meisten Absolventen werden Rechtsanwälte. Dabei können sie sich entscheiden, ob sie als Angestellte in einer bereits bestehenden Kanzlei arbeiten oder sich mit einer eigenen Kanzlei selbständig machen wollen. Um als Rechtsanwalt tätig zu werden, ist die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft durch die Rechtsanwaltskammer erforderlich. Hierfür müssen Absolventen einen schriftlichen Antrag stellen, der nur in Ausnahmefällen aus Gründen abgelehnt werden kann, die in der Bundesrechtsanwaltsordnung verzeichnet sind. Parallel zur Beschäftigung als Rechtsanwalt kann man auch als Notar tätig sein.

    Wer das Amt des Richters oder Staatsanwaltes anstrebt, muss nach der Zweiten Juristischen Staatsprüfung eine meist dreijährige Probezeit in diesen Berufsfeldern absolvieren. Erst im Anschluss kann man zum Richter bzw. Staatsanwalt auf Lebenszeit berufen werden.

    Wer sein Studium mit dem Bachelor oder Master beendet, dem bleibt in der Regel nur der Weg in die freie Wirtschaft, da man mit diesen Abschlüssen weder zum Rechtsanwalt noch zum Richter oder Staatsanwalt zugelassen wird.

    Da viele große Wirtschaftsunternehmen eigene Juristen einstellen, gibt es mit dem Bachelor und Master national wie auch international viele Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

    Persönliche Voraussetzungen für das Jurastudium

    Wer sich für das Rechtssystem und dessen Auslegung interessiert, bringt die richtige persönliche Voraussetzung für das Jurastudium und den darauf folgenden beruflichen Werdegang mit. Dafür muss man sich auf rein theoretische Lehrveranstaltungen einstellen. Das Durcharbeiten von Gesetzesbüchern sollte einem nicht zu langweilig werden.

    Generell ist das Jurastudium sehr straff organisiert und verlangt viel von den Studierenden ab. Aus diesem Grund sind ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Motivation unabdingbar.